Der Fohrenbühl. Mathematiker würden das Lineal auf die Landkarte legen und sagen: „genau in der Mitte“. Man kann es auch so sagen: „Im Herzen des Schwarzwaldes“. Flach die Hochebene, weit der Blick, verwunschen und still die Waldwege. Der Fohrenbühl ist ein Berg bzw. eine Passhöhe im Schwarzwald, der das Gutachtal mit dem Schiltachtal und Schramberg verbindet. Auf der Passhöhe (786m) befindet sich eine kleine Ansiedlung, die auch den Namen Fohrenbühl trägt und unterhalb des Mooswaldkopfes liegt, welcher einer der höchsten Erhebungen des mittleren Schwarzwaldes ist. Auf dem Fohrenbühl verläuft außerdem die ehemalige Grenze zwischen Baden und Württemberg, eine Grenze, die von alters her stets zugleich Gemarkungs-, Staats- und Religionsgrenze war.

Wir landen mehr durch Zufall hier, weil andere geplante Programmpunkte wegen unseres in der Umweltzone Schramberg unerwünschten Wohnmobils leider ausfallen müssen. 😦 Wir parken schließlich auf dem Wanderparkplatz Fohrenbühl, stärken uns noch ein wenig und starten dann unsere Wanderung, indem wir zum Mooswaldkopf (879m hoch) hinaufsteigen.

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Die schon 1904 auf dem Berggipfel erbaute Turmhütte wurde 1923/24 zum „Gedächtnishaus der Gefallenen des Weltkrieges 1914-18 vom Württembergischen Schwarzwaldverein“ umgebaut. Planung und Bauleitung hatte der Erbauer des (bisherigen) Stuttgarter Hauptbahnhofs. Das Wanderheim ist ein beliebtestes Ausflugsziel. Von der Plattform des 24 m hohen Aussichtsturms bietet sich ein Rundumblick über den mittleren Schwarzwald – heute aber leider nicht, da das Wanderheim erst im April neu eröffnet wird.

Hier entdecken wir dann die einladende Tafel zu unserer heutigen Paradiestourwelche wir sofort begeistert antreten:

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Diese Rundwanderung bei Lauterbach bietet wunderbare Aus- und Weitblicke über den Schwarzwald. Sie führt durch das malerische Sulzbachtal und über die Passhöhe Fohrenbühl mit dem Gedächtnishaus des Schwarzwaldvereins. Das Sulzbachtal gilt als eines der schönsten Hochtäler des Schwarzwaldes. Historische Gebäude wie die Mooswaldmühle oder das ‚Kapfhäusle‘ vervollständigen die Bilderbuch-Schwarzwaldlandschaft.    Quelle: outdooractive

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Etwa auf halber Strecke bemerken wir mehrmals ein Hinweis-Schild zum Höhengasthaus Heuwies. Deshalb lassen wir den ‚Hasen‘, den nördlichsten Punkt der Strecke links liegen, verlassen also die ‚Lauterbacher Hochtalrunde‘ für ca. 1km Richtung Norden und kehren erst mal ein. 🙂 Der Wiedereinstieg in die Route hält dann einen weiten Bogen durchs Grusenloch bereit, bis wir schließlich – erst nach dem Parkplatz Rotwasser – wieder auf die bekannten Wegweiser treffen. Es ist immer ein gutes Gefühl, wieder auf dem ‚rechten Weg‘ zu sein, Premiumtouren sind zum Glück immer gut ausgeschildert.

Aber was uns an vielen Stellen im Wald sehr eindrücklich, gar erschreckend immer wieder auffällt, sind die vielen entwurzelten bzw. abgebrochenen Bäume: stolze Kiefern, auch Tannen und Fichten! Oft ist der Weg versperrt, ringsum liegen viele zersplitterte Baumstämme kreuz und quer im Wald, was noch sehr viel Arbeit für die Forstleute bedeutet.. Waren die Frühjahrsstürme so schlimm? Sind es Folgen des letzten heißen Sommers oder des zu trockenen Winters?

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Ein kleiner Film bei youtube erläutert die Tour auch nett; hierbei liegt der Einstieg am Wanderparkplatz Rotwasser.

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Das Wandergebiet in der Übersicht; roter Pfeil: unser Parkplatz

Eine Übersicht über alle 20 ‚Paradiestouren‘ (Premiumwanderwege der Landkreise Rottweil und Schwarzwald-Baar) findet ihr hier.

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Die anschließende Fahrt führt uns auf abenteuerlicher, steiler Strecke bis nach Schiltach ins Kinzigtal hinab, wo wir auf einem altbewährtem Platz übernachten, nämlich am Freibad Schiltach-Schenkenzell direkt mit Blick auf die Ruine Schenkenburg (vgl. mein Beitrag vom letzten Herbst ‚In und um Schiltach‘). Hier unternehmen wir am nächsten Tag noch die folgende kleine, aber feine Rundwanderung Schenkenburg – Schenkenzell:

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5,34 km

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Fohrenbühl Tour 1
A=Horb/Ortsteil;  B=Heiligenbronn; C=Schramberg;  D=Fohrenbühl;  E=Schenkenburg

Unsere Übernachtungen:

  1. Heiligenbronn, Parkplatz am Ortsrand, Nähe Kloster-Freizeitgelände, N48°15’37″/ E8°26’50“, 711m hoch
  2. Am Freibad Schiltach-Schenkenzell,  N48°17’54″/ E8°21’44“, 394m hoch

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Mit der folgenden letzten Strophe des sehr bekannten Gedichts von Dietrich Bonhoeffer an einem Kruzifix auf der ‚Lauterbacher Hochtalrunde‘ beschließe ich meinen heutigen Beitrag.