Zuerst Donnamatteas beste Wünsche für euch zum neuen Jahr mit vielen hoffnungsvollen Gedanken!!

Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen, es muss anders werden, wenn es gut werden soll.

Georg Christoph Lichtenberg (1742 – 1799), deutscher Physiker und Meister des Aphorismus

 

Trotz Lockdown steht uns plötzlich der Sinn nach ein wenig Abenteuer. Oder ist jener leider notwendige Umstand eher die Ursache? Da gibt’s jedoch noch einen Grund. Das Corona-Jahr 2020 brachte ganz zum Schluss noch eine im positiven Sinne positive Veränderung für unser Reiseleben; vielleicht kommt ihr später noch darauf, was ich meine…

Ein neuer netter Wanderführer gibt die Richtung an. „Schwäbische Alb. 75 Touren + Extra-Tourenkarte, Verlag Kompass-Karten Innsbruck, 2020“. Und dies sind unsere beiden geplanten Touren dort:

  1. Geschichtspfad Streichen (Tour Nr. 21). Wandern auf historischen Spuren mit grandiosem Zollernburgblick. Rund-Tour, 6,5km, 250hm.
  2. Schnecklesfels – Ochsenhaus – Mehlbaum (Tour Nr. 20). Felsige Aussichten, eine urzeitliche Höhle und ein herrlicher Alpenblick. Rund-Tour, 9,75km, 270hm.

Wobei sich Nr. 20 später auch als die Premiumwanderung ‚Ochsenbergtour‘ der bekannten Serie ‚Traufgänge‘ rund um Albstadt herausstellt.

Über das noch schneefreie Haigerloch, Balingen, Dürrwangen peilen wir am Sonntagnachmittag den Wanderparkplatz am Höhenfreibad in Streichen an. (Die vom Navi empfohlene und zuerst gewählte Abkürzung Balingen – Streichen über den 803m hohen Höchst mit 15% Steigung und Schnee (!) verschweigen wir mal lieber.. Aber alles gut gegangen.) Am nächsten Vormittag schnüren wir dann die Wanderstiefel.

Immer wieder klären interessant aufgemachte Tafeln mit vielen Zeichnungen über das Leben der Menschen in früheren Zeiten auf, wie hier an diesem wunderschönen Plätzchen über die ‚Almandteile‘ (als Allmand – mittelhochdeutsch: al(ge)meinde – bezeichnete man das im Besitz einer Dorfgemeinschaft befindliche Grundeigentum innerhalb einer Gemarkung.) Weitere Informationen zum Geschichtslehrpfad gern hier.

Und dann geht’s immer höher hinauf zum winterlich verschneiten Hundsrücken. Ganz oben stapfen wir vorsichtig über den zeitweise schmalen Grat mit fantastischen Ausblicken auf Balingen und später die stolze Zollernburg. Die Sonne zeigt sich allerdings nie. Dennoch herrscht bei grauem Himmel, Minusgraden und mit Raureif überzogenen Bäumen und Gebüsch eine märchenhaft verzauberte Stimmung. Wir genießen das weiße Winterwunderland dankbar und in vollen Zügen. Jeden Augenblick.

Wir passieren die Stationen ‚Burgstelle Hundsrücken und ‚Grenzgeschichte‘, steigen dann langsam wieder hinab und wandern vorbei am Naturschutzgebiet Irrenberg. Die ersten Häuser von Streichen erreichen wir bei der Station ‚Schneckengärten‘. Mit letzten Geschichtseindrücken an der Kirche, dem Armenhaus und der ‚Pfingstbutz‘ sowie einigen Ideen für spätere Ausflüge kommen wir schließlich am Ausgangspunkt und unserem Womo an. Auf der ganzen langen Strecke treffen wir nur drei (!) Personen: einen sehr freundlichen Waldarbeiter, eine Joggerin und eine Hundebesitzerin – das noch nebenbei bemerkt.

  • Übernachtung 1: Wanderparkplatz Höhenfreibad Streichen N48°16’20.96″/ E08°54’57.65″, 693m Höhe
  • Übernachtung 2: Parkplatz Turn-und Festhalle Lautlingen N48°13’01.19″/ E08°57’33.94″, 670m Höhe

Ein paar Erledigungen in Albstadt-Ebingen stehen an, bevor wir die kurze, gut geräumte Auffahrt zum weitläufigen terrassierten Wanderparkplatz ‚Kälberwiese‘ in 910m Höhe hinauftuckern. GPS-Daten N48°13’29.53″/ E09°00’24.99″. Ein wunderbares Plätzchen in der obersten Terrasse wartet schon auf Donnamattea, den wahren Herrn Waldmeister und das Womo. 🙂 Könnt ihr die Buchstaben der beiden Künstler-Stelen links und rechts des Weges entziffern?

Hier entdecken wir auch die Tafel zum schon erwähnten Premiumwanderweg Traufgang Ochsenbergtour.

Wir entschließen uns heute nur die ‚rechte Schleife‘ der Tour zu laufen und am Dreikönigstag morgen den anderen Teil. Ist doch das Wandern bei Schnee um einiges anstrengender und wegen der Rutschgefahr auch langsameres Gehen empfehlenswert.

M E N S C H E N * R E C H T E steht auf den Stelen übrigens. 😉

So stapfen wir nun gemächlich durch den herrlichen Schnee am steilen Albtrauf entlang. Ein grandioser Ausblick nach dem anderen. Zuerst am Schnecklesfels:

Der Klarafels:

Zur Abwechslung steigen wir nun geduckt in die 40m tiefe Heidensteinhöhle hinein, ein beeindruckendes prähistorisches Naturdenkmal:

Und der Martinsfels:

Schließlich erklimmen wir den 950m hoch gelegenen ‚Alpenblick‘; jedoch beim auch heute wolkenverhangenen grauen Nebelhimmel natürlich keine Spur von Alpenblick. Die wilde unwirtliche Schneelandschaft entschädigt uns aber völlig für die fehlende Aussicht bzw. Sonne. Und hier biegen wir dann erst mal ab zum Parkplatz und unserem Womo. Fortsetzung morgen..

Fällt euch jetzt etwas auf?

Unser (neues) ‚Winter-Womo‘ ❤


Neuschnee über Nacht! Und wieder stiefeln wir hinauf zum jetzt noch winterlicheren ‚Alpenblick‘:

Weiter geht’s durch offenes Gelände mit viel Schnee; man könnte jetzt tatsächlich die Schneeschuhe gebrauchen – wer hätte das geahnt?! Bald erreichen wir dann wieder Wald und der schmale Pfad führt auf und ab über den Ochsenbergkamm am Trauf entlang. Ein Aussichtspunkt ist wegen Schnee so gefährlich zu erklimmen, dass wir es lieber lassen.

Am Ochsenhaus. Da kommen wir im Sommer bestimmt noch mal her. Wenn man (hoffentlich) wieder einkehren kann…

Hier befindet sich neben der Tafel zur Ochsenbergtour noch eine weitere Tafel, auf der die Lage aller neun Traufgänge zu erkennen ist. Viel Potenzial für die Zukunft, wobei wir auch schon mehrfach ‚Traufgänger‘ waren. Der Weg zurück zum Parkplatz Kälberwiese führt zuerst über eine Treppe ein Stück bergab und danach durchs malerische Naturschutzgebiet Mehlbaum mit Wacholderheiden und wieder bester Aussicht. Die vielen Liegen und Bänke im Wintermodus lassen wir wohl oder übel links liegen. Bis später dann, wie gesagt.

Schließlich steigt der Pfad noch einmal hoch auf den Katzenbuckel, wo heiteres Schlittenfahren für Kinder, Mamas und Papas angesagt ist. Hier tummeln sich tatsächlich einige Menschen, jedoch gibt es viel Platz für alle. Auf unserem Weg begegnen uns aber nur sehr wenige Ausflügler. Alles in allem – eine wunderschöne stille Winterwanderung!

Am nächsten kalten Morgen nach wie immer gutem Frühstück im angenehm warmen Womo beenden Donnamattea und der wahre Herr Waldmeister ihr weißes Winter-Abenteuer und fahren brav und zufrieden wieder heim.

Bleibt gesund! ❤