Beginnen wir mal – in Bildern – ganz martialisch in Molina de Aragón, welches gar nicht mehr in Aragón liegt, nämlich schon ca. 30km hinter der Grenze im heutigen Kastilien-La Mancha. Daraus kann man unschwer ablesen, dass die Königreiche Kastilien und Aragón einst heftig um den Ort gerungen haben, wobei er schließlich als Mitgift an Kastilien fiel.

Die Festung auf dem markanten Burgfelsen stammt von den Mauren. Geier umkreisen sie auf der Suche nach Nahrung! Das Städtchen liegt knapp 1100 Meter hoch und zählt im Winter zu den kältesten Orten der Iberischen Halbinsel. Oha…

Wir halten nur kurz am Wohnmobilstellplatz direkt vor dem gigantischen Wandbild:

Nun geht es hoch hinauf in den Naturpark Alto Tajo, der sich durch ein weitläufiges Schluchtensystem auszeichnet. Steil, in einsamer Gegend windet sich die Straße auf 1500 Meter hoch. Dann wieder führt sie mit viel Gefälle in den tiefen Canyon, den sich der Río Tajo im Laufe von Jahrtausenden gegraben hat.

Aber leider wird das Wetter immer schlechter, es regnet und die abenteuerliche Strecke wird lange Zeit umhüllt von Nebel… Und die Geier auch. Sehr schade!

Die beschwerliche Fahrt beenden wir für heute auf einer Höhe von 1413 Meter am Parkplatz Nacimiento del Río Cuervo (Tipp aus dem schon erwähnten WOMO-Reiseführer Zentralspanien/ Der Osten von Ulrike und Frank Staub 🙂 – wie auch die ganze Route!). Und hier starten wir trotz Regen zu einer sehr schönen Wanderung auf einem hervorragend neu angelegtem Weg erst zu den Kaskaden des Río Cuervo und dann zu seinem ‚Geburtsort‘ (Nacimiento), der Karstquelle in einer Höhle. Wie auf der Schwäbischen Alb!

Weiter geht die Fahrt am nächsten Morgen. Wieder dichter Nebel… Und ganz selten kommen Fahrzeuge entgegen. Auch haben wir ein ‚kleines Problem‘ – der rechte Hinterreifen verliert Luft…

Ein grandioser Aussichtspunkt lässt uns trotz Nieselregen kurz parken. Der Ventano del Diablo – das Teufelsfenster. Ein atemberaubender Ausblick auf die Schlucht des Río Júcar tut sich vor, oder besser unter uns, auf! Hier leben ganz sicher viele Geier in den Steilwänden, aber wir bekommen leider – dem Wetter geschuldet – keinen zu Gesicht. Dennoch – Genuss und Begeisterung pur!

Die weitere Fahrt durch den Parque Natural Serranía de Cuenca leider nur im Regen..

Unseren Platz für die Nacht schließlich finden wir in einem netten Naherholungsgebiet am Stausee Embalse de Campos Paraíso, immer noch 864m hoch gelegen:


Tatatatam! Ein Tusch für das Highlight von La Mancha!! Die legendären Windmühlen in Campo de CriptanaLos Molinos!

Genau zehn restaurierte Windmühlen stehen auf einem Hügel, früher waren es sogar 30. Don Quijote, der Held in Cervantes berühmten Roman aus dem Jahr 1605 kämpfte bekanntlich gegen die Windmühlen, weil er sie als bedrohliche Riesen sah. (Don Quijote ist ein seinen Ritterromanen verfallener Leser, der unfähig erscheint, zwischen Dichtung und Wirklichkeit zu unterscheiden. Er hält sich für einen stolzen Ritter, der seine Angebetete Dulcinea für sich gewinnen will. Hierfür steigt er auf sein klappriges Pferd Rosinante und besteht zahlreiche Abenteuer, begleitet von seinem treuen Schildknappen Sancho Panza.)  

Der morgendliche Ausblick vom Womo


Hier noch die Auflösung des ‚Reifendruck-Problems‘: eine Sechskant-Schneidschraube mit metrischem Gewinde M8 x 20. Flott behoben in einer Werkstatt in Manzanares!

Unsere Route durch Kastilien-La Mancha (alle Übernachtungsplätze hier) :

  • A = Laguna de Gallocanta/ Aragón
  • B = Molina de Aragón, Kastilien-La Mancha
  • C = Nacimiento del Rio Cuervo
  • D = Ventano del Diablo
  • E = Cuenca
  • F = Campos del Paraíso
  • G = Campo de Criptana
  • H = Manzanares
  • I = Valdepeñas

Letzter Übernachtungsplatz in Kastilien-La Mancha in Valdepeñas:

Salida… (= Ausgang) Bis später! ♥️