Der WOMO-Reiseführer ‚Zentralspanien, der Westen‘ (siehe hier) macht uns neugierig auf Calera de León. Der Ort in 700 Meter Höhe wurde unter islamischer Herrschaft als Al-Casera gegründet und später durch den Santiago-Orden zum Christentum bekehrt. Da der Ort strategisch günstig im Kampf gegen die Mauren lag, war er lange sogar der oberste Verwaltungssitz des Ordens. Aus dieser Zeit stammt das Kloster Conventual Santiaguista, welches mit dem auf dem Berg gelegenen Kloster Tentudía zusammen hängt.

Besichtigung des Klosters. Im Klosterhof fällt die zweistöckige Säulengalerie im gotisch beeinflussten Renaissance-Stil ins Auge.

Zwei Kunstausstellungen bringen Farbe und Flair in die schön restaurierten Innenräume. Auch viele Gegenstände, Wappen und Kleidung des Santiago-Ordens kann man besichtigen.

Der ganze alte Ortskern ist kunstvoll in unterschiedlichsten Mustern gepflastert. Schön, wenn Altes bleiben darf und das moderne Leben trotzdem stattfinden kann (geparkte Autos – der Ort lebt!).

Noch ein Blick aufs Dorf:

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Was möchte Donnamattea nun? Ihr wisst es. Hinauf ins obere Kloster. Warum gibt es überhaupt zwei?

Dazu die folgende Legende aus der Zeit der Reconquista, der Zeit der ‚Rückeroberung‘ = Vertreibung der Muslime durch die Christen. Eine Schlacht zwischen Christen und Mauren dauerte einen ganzen Tag lang. Die christlichen Ritter riefen Maria an, die Sonne anzuhalten, um den Tag zu verlängern. Und tatsächlich – es geschah so (!) – sie gingen dadurch als Sieger aus dieser Schlacht hervor. Zum Dank dafür baute man auf dem Berg Tentudía das Kloster Tentudía….

Hier befindet sich auch die lebensgroße Statue der ‚Jungfrau von Tentudía‘. Jedes Jahr am 15.August (Mariä Himmelfahrt) wird sie auf einem Ochsenkarren die acht Kilometer und 500 Höhenmeter in die Pfarrkirche von Calera de León hinuntergebracht und am 8.September (ihrem Namenstag) wieder hinauf! Mehrere tausend Gläubige begleiten sie auf dieser Wallfahrt und das schon seit über 700 Jahren ohne nennenswerte Unterbrechung!!

Hier sieht man die verschiedenen Statuen im Verlauf der vielen Jahrhunderte. Glaube, Tradition, Frömmigkeit, Geschichte, Freude am Feste feiern und an der Gemeinschaft (?) – von allem wohl etwas.

Wir verbringen die Nacht ganz allein da oben. Totale Dunkelheit und Nebel.

Ein unvergesslicher Ort…