Wir starten am Tag 100 unserer Reise in Posadas (siehe letzter Beitrag). Es soll jetzt etwas flotter weitergehen – bald wird ja auch zuhause Frühling… Also vorbei an Córdoba; davon Interessantes vom letzten Jahr hier. Wir wollen Andalusien ungefähr da enden lassen, wo wir Anfang Dezember begonnen haben: bei den UNESCO-Städten Úbeda und Baeza (Beitrag 8). Dazu zuerst ein Zitat unseres WOMO-Reiseführers Andalusien:
Sierra de Cazorla. Während sich die wilde Schönheit seiner Landschaften in Spanien bereits herumgesprochen hat und zahlreiche Besucher den Naturpark im äußersten Nordosten besuchen, ist er im Ausland weitgehend unbekannt und noch ein echter Geheimtipp. Mit über 214.000 Hektar stellt er die größte Schutzzone Andalusiens dar und wurde schon 1983 zum Biosphärenreservat der UNESCO erhoben. …. Am Himmel kreisen Geier, Adler und Milane. Hirsche, Wildschweine, aber auch Steinböcke und Mufflons stellen die häufigsten großen Säuger. Will man im Naturpark übernachten, muss man zwingend auf einen Campingplatz, das freie Stehen ist ausnahmslos verboten.
C. und C. Winkler: Mit dem Wohnmobil nach Andalusien, S.366
Unsere Route (alle Standplätze hier):

A = Posadas, B = Linares, C = Cazorla, D = Coto-Ríos, Sierra de Cazorla, E = Villaverde de Guadalimar, Kastilien-La Mancha

Nachtrag zu Posadas: Bei dem hübschen Gemälde auf dem schon einmal gezeigten Haus handelt es sich um eine Ginsterkatze!!!

Die Kleinfleck-Ginsterkatze (Genetta genetta), auch Europäische Ginsterkatze genannt, stammt ursprünglich aus Afrika. Ob sie durch natürliche Migration oder durch die Hilfe des Menschen nach Spanien, Portugal und in den Südwesten Frankreichs gekommen ist, weiß man nicht. Sie ist ein perfekter nächtlicher Jäger in Eichenwäldern, Olivenhainen, Ufergegenden und Hügellandschaften.
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Linares. Kein aufregendes Ziel. Aber eine authentische andalusische Stadt fast ohne Touristen. Der Stellplatz ist annehmbar, liegt dafür aber ganz nah an der Prachtallee mit der Statue des international bekannten Gitarristen Andrés Segovia. Entlang der stimmungsvollen Allee stehen beidseitig sehr viele Bänke, die auf Keramikfliesen die Geschichte der Stadt illustrieren. Eine fast festliche Atmosphäre erfasst (auch) uns…

















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Cazorla. Auf mehreren Umwegen (Straßenlauf in Baeza, Autobahn gesperrt bei Úbeda) erreichen wir das Bergdorf Cazorla bzw. schlängeln uns auf engen Straßen recht krass, steil und mit voller Umrundung der ‚Plaza de la Constitución‘ (U-Turn) bis zum schönen Stellplatz oberhalb des Ortes hinauf (850hm), schon fast im nächsten Bergdorf La Iruela gelegen. Wir befinden uns jetzt im Naturpark Sierra de Cazorla.









Parken gratis! Aber welches Fahrzeug passt überhaupt durch diese Straße? Siehe Verkehrszeichen. Wir jedenfalls nicht (wegen der Höhe). 🙂









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Dann hinein in den Naturpark Sierra de Cazorla bzw. erst einmal viele Serpentinen hinauf bis zum Pass Puerto de las Palomas in 1241 Meter Höhe mit grandiosem Fernblick am Aussichtspunkt.









Plötzlich ist Donnamattea ziemlich enttäuscht. Es geht nämlich ganz hinunter ins Tal. Auf ca. 650 Höhenmeter. Oh Nein!
Es dauert eine ganze Weile, bis sie sich beruhigt. Man fährt jetzt am ganz jungen Río Guadalquivir entlang, der hier in der Nähe entspringt und zuerst Richtung Norden fließt. So oft haben wir ihn schon breit und träge, mal klarer, mal trüber angetroffen z.B. bei Córdoba und Sevilla.
Zur Übernachtung fahren wir bis Coto-Ríos (D) auf den Campingplatz Llanos de Arance:






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Acht Kilometer wieder zurück starten wir am nächsten Tag die schöne Klamm- und Flusswanderung auf dem Sendero Río Borosa, einem Nebenflüsschen des Guadalquivir. Leider zwicken heute irgendwann sowohl Knie als auch Hüfte, sodass wir lieber nicht bis zur Klamm mit den Holzstegen weiter gehen. Dennoch wunderschön und immerhin 7,3km (statt 15km 🙂 ).














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Wir fahren weiter im fast unberührten Naturpark. Nur eine schmale Straße führt hindurch. Sehr selten begegnet uns ein Fahrzeug.
Vorbei am Stausee Embalse del Tranco de Beas, dem angestauten Guadalqivir. Es gibt leider fast keine Fotos. Wir fahren nur, staunen begeistert und speichern Bilder und Emotionen im Kopf ab. Vom Start am Río Borosa bis zum nächsten Stellplatz in Villaverde de Guadalimar (E) sind es 81 konzentriert gefahrene Kilometer…



Dann verlassen wir unser geliebtes Andalusien und befinden uns am heutigen Ziel Villaverde de Guadalimar auf 780hm im Naturpark los Calares del Mundo y de la Sima knapp hinter der Grenze in Kastilien-La Mancha…

Bald darauf geht es wieder über einen Pass. Bis bald – hasta luego!