Drei mächtige, sakrale Bauwerke an drei nicht weit voneinander entfernten Orten und ihre Geschichte. Im Eintritts-Dreierpack (siehe Bild); 7 Tage gültig! Da müssen/wollen wir durch… Das Wetter hat sich mittlerweile geändert – Schluss mit Sommer; es wird kühler und regnet viel. 😦

Aber das Eintauchen in die Welt der Kirchen und Klöster lohnt sich auf jeden Fall; wir schaffen es in 2 Tagen!! Wir staunen ehrfürchtig über so viel Kunst, so viel menschlichen Fleiß und Mühe beim Bau und über die im Glauben begründete Lebensweise der Menschen.

Auch menschliche Schicksale haben hier ihren Platz gefunden und ich will sie, so kurz es geht, mit erwähnen.


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Eintrittskarten

Alcobaça

  • Zisterzienserabtei, eines der bedeutendsten Bauwerke Portugals
  • Klosterkirche, zweistöckiger Kreuzgang
  • Ungewöhnlich große Klosterküche mit riesigem Kamin, überdimensionalem Arbeitstisch und Bachdurchfluss fürs Fischbecken!! Alles durchgehend gefliest einschließlich Decke, garantiert 10m hoch!
  • Bis ins 18.Jh. war Alcobaça geistiges Zentrum des Landes.; 999 Mönche lebten laut Ordensregel darin.
  • Sarkophagen mit interessanter Geschichte: Prinz Pedro und seine geliebte Inês liegen hier. Pedro verliebte sich nämlich in die Hofdame seiner kastilischen Frau Constança. Nach dem frühen Tod seiner Frau machte Pedro seine Liaison zu Inês öffentlich. Er hatte schon 2 Kinder mit ihr. Das alles gefiel Pedros Vater nicht und er ließ sie grundlos wegen Hochverrat verurteilen und hinrichten. Pedro wollte den Vater dann entthronen, was ihm aber nicht gelang. Erst nach dem Tod des Vaters, jetzt selber König, nahm er grausame Rache… Zuallererst mussten die Mörder seiner geliebten Inês unter grausigen Martern sterben. Dann ließ er die Tote exhumieren, festlich kleiden und vor dem versammelten Hof zur Königin krönen; die Würdenträger des Landes mussten der Toten mit einem Handkuss huldigen… Anschließend wurde sie hier in Alcobaça bestattet, ihr herrlich verzierter Sarg ruht auf den Gestalten ihrer Henker! Genauso prächtig ist der Sarg von Pedro I. verziert; sein Steinsarg ruht auf Löwen.
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Der zweistöckige Kreuzgang


Inês Sarkophag:


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Im Kircheninneren

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Manuelinischer Baustil: die Verzierungen
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Im Kircheninneren
  1. Batalha
  • Kloster Mosteiro de Santa Maria da Vitória, kurz Batalha genannt
  • Lange Bauzeit von 1388-1533, deshalb auch verschiedene Stileinflüsse (französische und englische Gotik, Manuelinik), aber dennoch Schönheit wie aus einem Guss.
  • Grablege der königlichen Dynastie von Avis (João I. und seine englische Frau Filipa de Lencastre und deren Kinder, darunter auch Heinrich der Seefahrer).
  • Im Hochchor befindet sich das Grab des unbekannten Soldaten; die Wachablösung findet jede volle Stunde statt.
  • Gebäudekomplex besteht aus Kirchenraum (88m lang, 32m hoch), Gründerkapelle mit Sternkuppel, Kreuzgang mit manuelinischem Dekor und Brunnenhaus, Kapitelsaal ( er ist so breit gespannt und statisch so gewagt, dass sein Erbauer höchstpersönlich mehrere Tage unter dem zentralen Schlussstein saß, um sein Vertrauen in seine Bautechnik zu demonstrieren!!) und den Capelas Imperfeitas.
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Ausschnitt Portal
  1. Tomar
  • Convento do Cristo
  • Templerkirche, sechzehnseitiger Bau (Baubeginn 1162, Vorbild war die Grabeskirche in Jerusalem). Die Tempelritter besiegten die Mauren. Als der Papst den Templerorden verbot, verwandelte König Dinis ihn in den Christusritterorden, der ihm direkt unterstand.
  • Christusritterkirche (manuelinischer Stil, 1515 an die Templerkirche angebaut und mit ihr verbunden). Die Aufgaben des Ritterordens waren vielfältig und er wurde zum reichsten Orden der Christenheit. Das rote Kreuz der Christusritter war ein Emblem der Manuelszeit und prangte auf den Segeln der Schiffe. Nach der Umwandlung in den Christusorden wurde die Burg zum Klosterschloss umgebaut und verschönert.
  • Vier Kreuzgänge (Claustro); der Claustro do Cemitério mit schönen Azulejobildern
  • Das berühmte manuelinische Fenster. Dazu wörtlich aus dem WOMOführer Portugal, S.126: „Seine überreiche Verzierungen sind keine abstrakten Muster. Sie wurden der Welt der Seefahrer und Abenteurer, ihren Entdeckungen und Erzählungen entnommen: Verschlungene verknotete Schiffstaue und Ankerketten, Korallen und Wurzeln (oder sind es Krakenarme?) schlingen sich um die eigentliche Fensteröffnung. Alles ist bis in feinste Einzelheiten säuberlich aus weißem Kalkstein herausgemeißelt, der inzwischen jedoch teilweise von bunten Flechten überwuchert ist.“ Dazu auch noch ein Ausschnitt aus Polyglott on tour „Portugal“, S.100:
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    Erklärung zur Manuelinik
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Christusritterkirche
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Christusritterkirche
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Ausschnitt Kreuzgang
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Christusritterkirche
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Charola
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Das manuelinische Fenster

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