An den schönen ostpreußischen Seen leben nicht nur die Bewohner von Angerburg, Lötzen und anderen schönen Orten, nicht nur Bauern bestellen ihre Felder und Äcker, nicht nur Wassersportfreunde genießen ihre Freizeit, nicht nur Wasservögel brüten hier – nein! – Hitler und sein drittes Reich haben sich diesen wunderschönen Platz in Gottes Natur für ihr gut getarntes Hauptquartier für den Russlandfeldzug ausgesucht….

Das Hauptquartier des Oberkommandos des Heeres (OKH)

In Masuren, am Masurischen Kanal, 8km von Angerburg, 22km von Lötzen, 25km von Rastenburg und schließlich 18km von Görlitz/Ostpreußen entfernt befindet sich in der Ortschaft Mauerwald eine der besterhaltenen, unzerstörten deutschen Bunkeranlagen aus dem 2.Weltkrieg in Europa.

In den Jahren 1940 – 44 wurden hier ungefähr 250 Objekte, darunter 30 bis heute erhalten gebliebene Schutzbunker aus Stahlbeton, für den Bedarf von 40 Generälen höchsten Ranges und Feldmarschällen, sowie 1500 Offizieren und Soldaten der deutschen Wehrmacht errichtet.

Die Bunkeranlage im Mauerwald diente als Führungszentrum, von welchem aus der Angriff Deutschlands auf die Sowjetunion (der Barbarossa Plan), die größte militärische Operation des 20.Jahrhunderts, geleitet wurde.

Das Quartier wird alljährlich von zahlreichen Touristen besucht, die sich durch geheimnisvolle, unzerstörte Bunker und ihre Inneren anziehen lassen….

… Die Bauarbeiten im Quartier begannen im Oktober 1940 unter dem Deckmantel „Chemische Werke Askania“, genauso wie in der Wolfsschanze….

 

Aus Infoheft: info@mamerki.com, www.mamerki.com; ISBN 978-83-61349-52-5

Mit Taschenlampen ausgerüstet erkunden wir die große Anlage. Alles ist einerseits sehr interessant – wir haben uns das nicht so gigantisch vorgestellt – aber es ist auch sehr bedrückend, was hier alles in den 40er Jahren des 3. Reichs gedacht und geplant wurde…

Man kann Waffen betrachten, auch Modelle von noch geplanten Waffen (siehe Fotos), man kann einen hohen Turm besteigen mit toller Aussicht auf die masurischen Seen, ein U-Boot-Nachbau besteigen und immer wieder feststellen, wie heute – wörtlich „über alles Gras gewachsen ist“… Die Natur vergisst alles, die Menschen freilich nicht!! Oder soll ich lieber sagen ‚nie’?


Wir fahren 20km weiter zu Hitlers Hauptquartier Wolfsschanze.

Anscheinend wollten die Generäle Hitler nicht ganz so nah bei sich haben, damit er sich nicht in jeden militärischen Plan ständig unprofessionell einmischte… Deshalb sind beide Militäranlagen doch so weit voneinander entfernt. Es gab drei Sperrkreise in der riesigen Anlage (insgesamt 80 Gebäude), der innerste war dem engsten Gefolge des ‚Führers’ vorbehalten. Ende November 1944 war die Rote Armee so nah, dass Hitler den Befehl zur Sprengung gab, doch die massiven Betonmauern trotzten größtenteils dem Sprengstoff.

Hitlers Bunker trägt heute die Nummerierung 13…

An der Stelle der Lagerbaracke, in der am 20. Juli 1944 Claus Graf Schenk von Stauffenberg das missglückte Attentat auf Hitler verübte, ist eine Gedenkstätte errichtet.

Sehr viele Touristen aus vielen verschiedenen Ländern sind auf dem großen Gelände unterwegs. Ab und zu ertönen laute, eigentlich absurde Gewehrsalven, die eine groteske Kriegsatmosphäre erzeugen sollen…



Und weiter geht’s in ein ganz dunkles Kapitel der deutschen Vergangenheit: das Vernichtungslager Treblinka.



Doch bevor wir dort ankommen, übernachten wir noch einmal bei einem ‚Skansen’, einem Freilichtmuseum in der Podlachien-Region in Novogród. Hier gibt es keine deutsche Vergangenheit, keine deutschen Namen. Wohl auch keine dunkle Vergangenheit, hoffen wir mal. Das Kapitelchen ist nur chronologisch dazwischen geraten…

Bei der Internet-Recherche finden wir, dass Podlachien alte Traditionen und Religionen lebendig hält: Katholizismus, russisch-orthodoxes Glaubensbekenntnis und Islam- außerdem eine kulturelle Nähe zu den Tataren aufweist. Auf jeden Fall haben die Holzhäuser eher russisches Aussehen und es geht thematisch um die Zeidler, die Vorläufer der Imker. Die Häuser sind allerdings alle verschlossen, deshalb auch Eintritt nur 3zł/Person (80ct).



Weiterfahrt nach Treblinka, etwa 100km nordöstlich von Warschau.

Treblinka war das zuletzt in Polen errichtete Vernichtungslager. Hier wurden mehr als 800.000 Menschen aus ganz Europa ermordet. Im Gegensatz zu anderen Konzentrations- und Vernichtungslagern, zum Beispiel Auschwitz, sind hier nicht die ursprünglichen Anlagen wie Baracken, Krematorien und Sicherungsanlagen (wieder-)aufgebaut, sondern es ist eine Gedenkstätte errichtet worden. Die Nazis hatten rechtzeitig fast alle Spuren vernichten können, alles wurde abgerissen, das Gelände umgegraben und ein Bauernhof darauf errichtet. Auf der weitläufigen Denkmalsanlage wurde 1964 zum Beispiel ein symbolisches Tor aus Stein errichtet, die ehemaligen Bahngleise durch Betonquader angedeutet, anstelle der Wachtürme und Stacheldraht stehen Steinblöcke. Ein äußerst beeindruckender Gedenkort!

Aus „Mit dem Wohnmobil nach Polen“, S. 116

Wir wandern schweigend über das sehr weitläufige Gelände. Die symbolische Darstellung der grauenhaften Gebäude und Orte der Vergangenheit treffen einen mitten ins Herz. Unfassbar alles…

Die Dinge, Bilder, Einzelheiten aus dem angeschlossenen Museum lasse ich weg…

Zu schlimm…




Bilder Hauptquartier Mauerwald:

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Mauerwald
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Ohne Worte….


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Bestes Bild: der Hund!!!


Die Wolfsschanze:

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Ein wenig Helles und Heiteres dazwischen: der Skansen-Park:




Treblinka:

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Symbol für die Gaskammern

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Symbol für den Weg zu den Gaskammern (der ‚Schlauch‘)
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Symbol für die Verbrennungsanlage…
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Deutschland
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Die betroffenen Länder (Ausschnitt)
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Symbole für die Orte der Toten
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Symbol für die Bahnlinie…
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Symbol für Bahnlinie und Bahnsteig

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Die letzten 500m der Gedenkstätte
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Sie wurde 14 Jahre alt…
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Pilze sammeln (aus Gründen der Pietät) verboten hier. Aber einige halten sich nicht dran. Wir schon.
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Und es gibt so viele….
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2 1/2 km gehts diesen Weg entlang
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Mahnmal- Rückseite
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