• Wer zur Quelle will, muss gegen den Strom schwimmen.    (Hermann Hesse)  
  • Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom. (Redensart)

Zivilcourage ist heute wichtiger denn je! Es mag leichter sein, mit dem Strom zu schwimmen, bei Unangenehmem wegzuschauen und sich die Mühsal zu ersparen, auch einmal für Unbequemes oder Minderheiten einzutreten; man könnte noch vieles zu dieser Mut fordernden Redewendung ausführen…

Wir schwimmen aber nicht, wir reisen nur mit dem Wohnmobil eine Weile Donau aufwärts. Die Richtung zur Quelle hin nur aus dem Grund, weil zuerst unser Osterbesuch in München ansteht. Wen wir da alles treffen, bleibt privat und unerwähnt. Wir übernachten jedenfalls zweimal gut, ruhig und kostenfrei im Wohnmobil knapp außerhalb der Umweltzone…wp-1522398467846..jpg

Drei weitere Übernachtungen im Verlaufe der Reiseaufzeichnungen in diesem Beitrag erfolgen alle frei, auf selbst gewählten Parkplätzen, welche dennoch (oder gerade deswegen?) landschaftlich schön liegen, ruhig sind und mit GPS-Daten beschrieben werden. Eine weitere Übernachtung auf einem offiziellen, kostenpflichtigen, landschaftlich sehr interessant gelegenen Stellplatz lagere ich samt der Erlebnisse darum herum in den nächsten Beitrag ‚Zeitreise‘ aus.

Ein paar schöne Bilder von einem Osterspaziergang in München im Englischen Garten möchte ich euch nun gern noch als Auftakt zeigen.

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Prinzregententheater
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Frühlingsgefühle an der Isar (Max-Joseph-Brücke)
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Am Chinesischen Turm im Englischer Garten
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Monopteros im Englischen Garten
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Am Eisbach
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Am Bayrischen Nationalmuseum in der Prinzregentenstraße
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Prinzregententheater

Blausterne = Szilla (Scilla bifolia) und blauer Himmel am goldenen Friedensengel:

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Hier unser netter München-Spaziergang

Ostern ist vorbei, viele müssen wieder arbeiten, Donnamattea aber noch nicht 😉 und so verlassen wir die Isar samt Eisbach und steuern Richtung Norden die Donau an, welche uns für ein paar Tage die Richtung weisen soll, stromaufwärts, Richtung Heimat langsam wieder.

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Unsere Tour (Teil 1) von München bis Ulm

Wir fahren die A9 nördlich und lesen noch vor der Ausfahrt nach Neuburg an der Donau das braune Touristen-Hinweisschild ‚Freilichtmuseum Haus im Moos‘. So etwas interessiert uns immer, also haben wir schon ein Ziel!

Im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen liegt Süddeutschlands größtes Niedermoor, das Donaumoos. Hier befindet sich in idyllischer Lage in Kleinhohenried-Karlshuld das Haus im Moos. Hinter diesem Namen verbirgt sich eine Umweltbildungsstätte mit Ausstellungen, einer Beherbergung, großem Freigelände und einem weitläufigen Freilichtmuseum, in dem die Besucher die 200jährige Besiedlungsgeschichte dieses einzigartigen Naturraumes erleben können.

Herrlich warm ist es heute. Wir schlendern durchs Moos, staunen ehrfürchtig in den alten, kleinen, hier original wieder aufgebauten Häuschen der Moorstecher, erfahren von der wechselvollen Geschichte ihrer früheren Bewohner und welche Schicksale sie erdulden mussten – fühlen uns also plötzlich und direkt in frühere, arme Zeiten versetzt…

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Übersichtstafel im Freilichtmuseum; rot in der Mitte: Kleiner Moorerlebnispfad. Es gibt außerdem den Großen Moorerlebnispfad, den Zeitpfad und den Donaumoos-Erlebnispfad. Außerdem Wisente, Moorschnucken und Murnau-Werdenfelser-Rinder.
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Plumpsklo…

Später geht’s dann noch bis Neuburg an der Donau, wo wir tatsächlich direkt an der Donau einen schönen, ruhigen, kostenfreien Standplatz nur für uns allein am noch geschlossenen Brandl-Freibad finden. Von hier brechen wir zu Fuß zu einer kleinen spätnachmittäglichen Stippvisite der Altstadt mit Schloss auf. Auch müssen wir dringend noch eine zeitraubende Sache mit WLAN klären; im Tourismusbüro 😉 werden wir fündig.

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Links außerhalb des Plans liegt das Brandl-Bad; wir marschieren an der Donau entlang, steigen dann die Stufen bis zur kath.Kirche St.Peter (4) hoch und erkunden diesen Teil der Stadt bis zum Schloss (12). Weiter kommen wir nicht…

Den östlich der Stadt gelegenen Teil der Donau mit dem riesigen Englischen Garten ignorieren bzw. übersehen wir leider und starten am Morgen weiter flussaufwärts. Manchmal könnte man sich vielleicht einfach besser vorbereiten – hmm, naja… 🙂 Manchmal steht einem aber auch nur der Sinn nach Nichtstun…. (vgl. meinen statischen Beitrag ‚Slow travel‘). Ersatzweise könnt ihr hier den kleinen Film ‚Eine Stadt stellt sich vor‘ anklicken. 🙂

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Hier der ganze Stadtplan, den wir erst paar Tage später wieder im Rucksack finden…..
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Standplatz am Brandl-Bad: N48°44’16.33″/ E11°10’05.03″
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Abends im Womo an der schönen Donau…
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Die Donau
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Altstadt von Neuburg an der Donau

Auf unserem Weg weiter Donau aufwärts am nächsten Morgen lesen wir auf einem touristischen Schild bei Oberhausen an der Donau den Hinweis: ‚La Tour d’Auvergne‘. Wir denken nicht allzu viel dabei, es fällt uns spontan der Eiffelturm, la tour Eiffel, ein. Türme mögen wir. Und in der Auvergne hat es uns auch schon paar mal gut gefallen. Aber, weit gefehlt, kein Turm weit und breit – dennoch wollen wir den Hinweisschildern auf den Grund gehen…. Und was entpuppt sich dann als arg enttäuschende Überraschung?? ……. Ein Denkmal für den hier gefallenen französischen Feldmarschall La Tour d’Auvergne!!! Schaut’s euch an, ein alter, mit Moos bewachsener Stein und eine ziemlich umfangreiche Informationstafel mit sehr viel Text!! Und das gleich in dreifacher Ausführung: ein Mal in deutsch, eine ebensolche Tafel französisch und noch eine in bretonischer Sprache, denn der tapfere Truppenführer war Bretone…. Ich erspare es euch! Naja, Geschichte ist einfach nicht unser Ding…

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Das triste La-Tour-Denkmal

Nächster Halt ist in Höchstädt an der Donau. Auch hier gibt es ein Schloss zu besichtigen, was wir aber nur von außen tun. Berühmtheit erlangte die Stadt im Jahr 1704, als vor ihren Toren die entscheidende Schlacht im Spanischen Erbfolgekrieg, die sogenannte Zweite Schlacht von Höchstädt, geschlagen wurde.

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irgendwie nett und flott…

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Schließlich gilt: IMG_20180419_160004803_HDR.jpgwp-1523284412775..jpg

Wir parken beim Donaubad in Neu-Ulm, knapp außerhalb der Umweltzone und starten von da unseren Rundgang, erst am bayrischen Ufer der Donau entlang, dann über die Herdbrücke nach Ulm hinüber und schließlich am baden-württembergischen Ufer wieder zurück. Zu Fuß; das Fahrrad ist nur Deko im Vordergrund… Wir genießen unseren Stadt-Spaziergang sehr, viel gibt’s zu sehen. 🙂

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Rathaus Ulm
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Der höchste Kirchturm der Welt!!
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Das Ulmer Münster ist schwierig auf’s Bild zu bekommen..
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Im Ulmer Münster

Und dann bezwingen wir die 768 Stufen!!! Ganz oben angekommen erschreckt uns ein mächtiger Donnerschlag! Ein Gewitter zieht auf, es stürmt und pfeift durch den überall durchlässigen Turm, die ersten Regentropfen erwischen uns. Da vergessen wir sogar das Fotografieren und schauen, dass wir flott wieder ein Stück abwärts gelangen… Als wir wieder unten auf den Münsterplatz hinaus treten, ist der Regenguss vorbei.

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Die Donau

Sehr gut gefällt uns dann noch das malerische Fischerviertel, wo die Blau schließlich in die Donau mündet.

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„Wollen wir schwimmen gehen oder willst du noch schnattern?“ 🙂
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Berühmt: Das Hotel ‚Schiefes Haus‘
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Direkt an der Blau gelegen
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Blick zurück von der Fußgängerbrücke – ich liebe Graffiti…
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Noch ein etwas anderer Blick unter der Brücke (B28) auf die Donau
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Dies ist unser Ulm-Rundgang, aufgezeichnet vom Tracker; erkennt ihr die Turmbesteigung! 😉

Mit immer noch leicht wackligen Knien vom vielen Treppauf und -ab fahren wir ca. 30km weiter bis Öpfingen, wo wir wieder direkt an der Donau bei den Sportplätzen gut und kostenfrei über Nacht stehen, nicht total ruhig, denn der Wind pfeift ordentlich und lässt die Fahnen am Sportplatz kräftig flattern. GPS-Daten: N48°04’14″/ E09°36’55“

Am nächsten Morgen stellen wir fest, dass wir hier bzw. 400m weiter vor acht Jahren schon einmal eine Nacht verbracht haben bei einer Fahrt zum Blautopf bei Blaubeuren – noch vor Blog-Zeiten… Na so ein Zufall!


Das Kloster Obermarchtal ist der nächste Punkt unserer Reiseroute. In Obermarchtal steht Oberschwabens einzige in sich geschlossene, vollendete und komplett erhaltene barocke Klosteranlage. Schon Eduard Mörike begeisterte der Park.wp-1523284394758..jpg

Das Kloster Obermarchtal mit der ehemaligen Prämonstratenser Abteikirche St. Peter und Paul ist ein barockes Schmuckstück. Im Kircheninneren wird man überwältigt von dem voluminösen, weißen Stuck. Auf farbenprächtige Fresken wurde verzichtet. Zahlreiche Kunstschätze offenbaren sich in der Kirche. Der Hochaltar zeigt die  Heiligen des Prämonstratenserordens und die Kirchenpatrone. Die denkmalgeschützte Hauptorgel wurde in einem Rokkokogehäuse errichtet und ist das Werk von Johann Nepomuk Holzey. Ein weiterer Schatz des Klosters Obermarchtal ist das Refektorium, auch Spiegelsaal genannt. 12 große und 150 kleine Spiegel werfen das Bild der farbenfrohen Fresken zurück. Ein Teil der Anlage wird heute als Schule und Tagungshaus genutzt. Münster und Spiegelsaal sind für Besucher frei zugänglich. Das Kloster verfügt zudem über das „Museum Marchtal“.

Aus: tourismus.alb-donau-kreis

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Das Kloster liegt an der Donau

Ganz besonders haben es uns die Bäume im Klosterhof angetan, z.B. eine ganz berühmte Linde, ein ‚Naturdenkmal‘, dann gibts noch eine ‚Friedenslinde‘, aber auch die auf Kugelform gestutzten amerikanischen Linden bestechen durch Eigenwilligkeit… Wer mehr dazu erfahren will, darf den interessanten Zeitungsartikel Bäume in Obermarchtal anklicken.

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Naturdenkmal Linde
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Amerikanische Linden, auf Kugelform gestutzt

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Hier unterbreche ich die Chronologie der Reise, weil wir die Donau zweimal kurzzeitig verlassen. (Dazu wie gesagt der nächste Beitrag ‚Zeitreise‘.)


Wir bleiben im laufenden Beitrag weiter an der Donau und legen einen erneuten kurzen Halt im sonnigen Riedlingen ein. Zwischen dem „Heiligen Berg Oberschwabens“, dem Bussen, und der Schwäbischen Alb, liegt die traditionsreiche Stadt. Schon die Kelten schätzten die Lage hier auf einem leichten Hügel links der Donau….. Mit Klick hier gibt’s mehr Wissen zur Geschichte Riedlingens. Wir kommen auf jeden Fall wieder nach Oberschwaben, man braucht viel mehr Zeit ….

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Nibelungendenkmal an der Donau, Zeichen der Städtepartnerschaft mit Pöchlarn in Niederösterreich

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Museum

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Den Abschluss der Osterfahrt 2018 bildet die Übernachtung in Inzigkofen bei Sigmaringen. Und wieder steuern wir einen landschaftlich schön gelegenen Ort für die Nacht an einem Sportplatz am Waldrand oberhalb der Donau an – nahe am ehemaligen Klosterstift Inzigkofen. Hinter hohen Klostermauern kommen zur heutigen Zeit Menschen aus Nah und Fern zusammen, um im Volkshochschulheim Kurse und Seminare in besonders stimmungsvollen Klosterräumen zu besuchen.

Die im Jahr 1659 bis 1663 erbaute Klosteranlage mit ihren Konvents- und Wirtschaftsgebäuden ist das Wahrzeichen von Inzigkofen. Besondere Sehenswürdigkeiten der Klosteranlage sind die ehemalige Klosterkirche im barocken Stil, der frühere Nonnenfriedhof mit seinen schmiedeeisernen Grabkreuzen und das Teehaus.

Am nächsten Morgen wandern wir auf steilen Pfaden und unzähligen steinernen Treppenstufen zu den nahe gelegenen Grotten der Fürstlichen Anlagen. Vom ‚Känzele‘ genießen wir schließlich einen wunderbaren Blick ins obere Donautal. Eine geheimnisvolle Frühlingsstimmung in der Natur mit ‚Teppichen‘ aus ‚Hohlem Lerchensporn‘ unter uralten Linden ergreift den ‚wahren Herrn Waldmeister‘ und ‚Donnamattea’….

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Die Wandertour Kloster Felsenweg und fürstliche Anlagen Inzigkofen hier als Ganzes.

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Standplatz für die Nacht in Inzigkofen am Waldrand/Sportplatz: N48°04’33″/ E09°10’23.31″

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Die Zinnen von Schloss Sigmaringen…..
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…… und ein letzter Blick vom ‚Känzele‘ auf die mittlerweile sehr junge Donau beenden unsere schöne ‚Gegen-den Strom-Tour‘. Bis zur Quelle ein andermal…
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Ostern Teil 2 folgt….