Donnamattea erklärt ein wenig 🙂 : Der Périgord Noir, auch als Sarladais bezeichnet, ist eine traditionsreiche französische Landschaft im Südosten des Départements Dordogne. Sein Zentrum ist die Stadt Sarlat-la-Canéda.

Und weiter: Die Bezeichnung Périgord noir, deutsch schwarzer Périgord, leitet sich von der dunklen Farbe der ausgedehnten Steineichenwälder (Quercus ilex) wie auch von den dunklen, fruchtbaren Böden im Sarladais ab und nicht – wie fälschlicherweise oft behauptet – von den schwarzen Trüffeln.

Nun also zuerst nach Sarlat-la-Canéda. Donnamattea kennt den Ortsnamen übrigens nur von den Kochkünsten ihres wahren Herrn Waldmeisters : Pommes de terre sarladaises!

Sarlat ist mit seiner vorbildlich restaurierten Altstadt, den stattlichen Bürgerhäusern aus dem 16. Jahrhundert und einem äußerst beliebten Markt am Samstagvormittag ein Ort, den man gesehen haben sollte. Die Hauptstraße, Traverse genannt, teilt Sarlat in den prunkvollen Ostteil mit schicken mehrstöckigen Stadtpalais im Stil der Gotik sowie der Renaissance und in den volksnahen, ruhigeren Westen.

Unser erster Besuch an einem Freitag-Nachmittag:

Und dann am Markttag. Ein dichtes Treiben und Gedränge, heute übrigens Maskenpflicht (!), besonders auf der Place de la Liberté, wo eine Bronzefigur über den Markt wacht.

Hier steht außerdem die ungewöhnliche Markthalle Sarlats mit den übergroßen Toren: Sainte-Marie ist eigentlich ursprünglich eine Kirche, erbaut im 15. Jahrhundert im gotischen Stil. In ihrer Geschichte war sie Salpeterfabrik, Bäckerei und Postbüro. Heute gehört sie der Stadt Sarlat als Markthalle.

Nett auch der Gänsemarkt.


Die Bastide von Domme erreichen wir an einem späten Nachmittag. Man nennt Domme auch die ‚Akropolis des Périgord‘, weil sie auf einem Hügel oberhalb der Dordogne residiert. Und weil die Zufahrt und die Parkplätze für Wohnmobile weniger geeignet sind, stehen wir für die Nacht im Ort Cénac-et-Saint-Julien unterhalb von Domme und unternehmen einen sportlichen Abendspaziergang hinauf. Vorher aber noch folgende Erklärung:

Bastide (okzitanisch bastida von bastir = ‚bauen‘) ist die Bezeichnung für die im Mittelalter gegründeten und weitgehend in einem Zug erbauten Städte Okzitaniens, d. h. im Südwesten Frankreichs. Ihre Gründung folgte wirtschaftlichen, politischen oder militärischen Überlegungen.

Häufig wurden die Bastiden um einen zentralen Platz herum gebaut und verfügten im Allgemeinen über eine Markthalle und eine Kirche, die in der Regel von Arkaden umgeben waren. Diese kleinen befestigten Städte, die vor allem im Südwesten Frankreichs errichtet wurden, bilden ein Schachbrettmuster mit einzigartigem Charme. Viele Bastiden tragen heute die Auszeichnung ‚Schönste Dörfer Frankreichs‘ (Les plus beaux villages de France). Manchmal rund, rechteckig oder achteckig, mal streng, originell oder hoch oben gelegen – jede Bastide besitzt ihren ganz eigenen Charme.

Internet (aber wo genau??)

Die Stadtmauer von Domme mit drei Toren ist vollständig erhalten, auf der Flussseite von einer Promenade gesäumt, von wo man einen fantastischen Blick über das Tal der Dordogne hat. Wegen seiner strategisch günstigen Lage war der Ort immer umkämpft.


Eine weitere Bastide ist Lalinde an der Dordogne, wo wir später – nach dem kurzen Abstecher an die Vézère (vorheriger Beitrag) – einen Halt machen, der aber von Regengüssen und Umparken (wg.Allerheiligen) ein wenig überschattet ist.


Schließlich Bergerac, welches vermutlich durch Cyrano de Bergerac, den Helden mit der großen Nase besonders bekannt ist; verfilmt mit Gérard Depardieu.

Hier heißt es Abschied nehmen von der Dordogne. In ein paar Tagen haben wir nämlich eine ‚Verabredung‘ ungefähr 700km entfernt…

Und immer schön der Nase lang!


Alle Standplätze der Reise weiterhin hier.