Vom Tal der Dordogne biegen wir für kurze Zeit ab ins Tal der Vézère. Man nennt es auch ‚Vallée des Hommes‘ – Tal der Menschen. Zu Recht, die Dörfer zwischen Montignac und Les Eyzies-de-Tayac haben sich sehr der Prähistorie verschrieben.

An den Ufern der Vézère fanden die Menschen vor 40.000 Jahren besonders gute Lebensbedingungen. Höhlen und Felsvorsprünge in den Steilwänden am Fluss boten Schutz und guten Ausblick. Im fruchtbaren Talgrund und auf den Hochebenen weideten große Rentierherden. In keinem andern Tal Europas hat man so viele Wohnstätten und Kunstwerke aus der Steinzeit gefunden.

Mit dem Wohnmobil nach Südwest-Frankreich, Band 27, Wohnmobilverlag. Seite 75

Eigentlich wollte Donnamattea unbedingt Montignac anfahren. Sie hat nämlich allerbeste Erinnerungen an Die Höhle von Lascaux (lest gern in meinen Beitrag vom Frühsommer 2016). Wir besuchten damals die höchst beeindruckende Nachbildung der Höhle, Lascaux II genannt. Lascaux IV stand kurz vor der Vollendung. Also warum nicht jetzt? Doch kurz vor unserem Besuch lesen wir in der Beschreibung, dass Lascaux II weiterhin der Kernpunkt der Besichtigung ist und Lascaux IV hauptsächlich multimedial und mit anderen technischen Finessen – sicher sehr eindrucksvoll – erweitert ist. Und so belassen wir es spontan bei unserem damaligen unvergesslichen Erlebnis.

Wir versuchen unterwegs im Internet dann Eintrittskarten für die Höhlen von Les Eyzies zu bekommen. Man muss im Voraus buchen und es stehen auch einige Höhlen zur Auswahl (http://www.sites-les-eyzies.fr/). Aber erstens funkt da mal wieder Corona ziemlich einschränkend dazwischen, weil viel weniger Menschen in die Höhlen dürfen (sonst auch nur ca. 50 Besucher pro Tag) und zweitens ist Besichtigungsende dieser Saison der 31.Oktober und der steht direkt vor der Tür. Hmm… wieder nichts.

Auf dem Weg nach Les Eyzies kommen wir dann direkt vorbei an Les Grottes du Roc de Cazelle und entschließen uns kurzerhand: „Dann schauen wir uns eben das an!“

In den natürlichen Felsenhöhlen sind viele Szenen aus der Steinzeit nachgestellt. Es ist selbstverständlich keine wissenschaftliche Darstellung, aber man taucht dennoch auch als Erwachsener gern in die realistischen Bilder von damals ein. Später landet man auch noch im Mittelalter und im letzten Jahrhundert. Denn auch da wurden die Höhlen genutzt.

Seht euch gern meine Beispiele zur Unterhaltung an; ich hoffe, ihr verzeiht mir meine etwas kindliche Freude daran:

Ein Nachfahre des Cro-Magnon-Menschen?

Und so sieht es auf dem Parkplatz vor den Grotten aus. Unser Womo (im Hintergrund) übrigens schon seit längerem weit und breit das einzige mit deutschem Kennzeichen. 🙂

Weiter geht’s nach Les Eyzies-de-Tavac:

Eigentlich nur ein kleines Dorf, dennoch die Hauptstadt der Prähistorie im ‚Vallée des Hommes‘. Seine Häuser sind dicht gedrängt vor einer imposanten Steilwand mit zwei großen Felsüberhängen = Abris, der Abri Pataud und der Abri Cro-Magnon.

Im Abri Cro-Magnon entdeckte Louis Lartet 1868 fünf Skelette des modernen Homo Sapiens. Nach diesem Fundort bekam damals der moderne Mensch seinen Namen; in Abgrenzung zum Neandertaler nannte man ihn Cro-Magnon.

Das wohl sehr moderne Museum Abri Cro-Magnon ist geschlossen, das Musée National de la Préhistoire hätte man besichtigen können, erscheint uns aber heute zu aufwändig.


Unsere Fahrt führt uns weiter durchs Tal der Vézère, Richtung Dordogne. Dort, wo sich Dordogne und Vézère schließlich begegnen, liegt an einem Hügel das hübsche Dorf Limeuil. Ganz oben auf dem Fels thront das Schloss von Limeuil, umgeben von einem schönen Garten. Und da man von dort eine wunderbare Aussicht auf den Zusammenfluss der beiden Flüsse hat und außerdem der Garten zu besichtigen ist (mit viel guter Unterhaltung/Kriminalrätseln für Kinder), nehme ich diesen Punkt mit ein bisschen Halloween-Schauder als Abschied dieses Beitrags.

À bientôt!


Alle Standplätze der Reise weiterhin hier.