Ja, sehr schön wird es gleich in Nancy auf dem Stanislas-Platz, zweifellos einem der schönsten Plätze Europas!

Zuvor legen wir noch einen Stopp im kleinen Dorf Froville ein. Es kann eine steinalte Klosterkirche vorweisen, deren romanisches Schiff aus dem 11.Jahrhundert und deren feines gotisches Seitenportal Freunde alten Gemäuers sicher entzücken! Das hat Donnamattea so jedenfalls gelesen 🙂 Was ihr aber mehr Freude bereitet, ist der – leider arg verwilderte – ‚Garten der Harmonien‘, le Jardin d’Harmonies gleich neben dem alten Gemäuer und die kleine Bücherei davor:

Weiter über die Dörfer vorbei an Feldern von verblühten Sonnenblumen.

Bis: voilà Nancy!

La Porte Désilles bzw. die Gedenkstätte Désilles, 1783 nördlich der Stadt errichtet. Der Name erinnert an einen verstorbenen Lieutenant, der bei der Verteidigung von Meuterern starb. Sie ist die älteste Gedenkstätte Frankreichs und verkörpert den Mut aller Einwohner von Nancy, von den Soldaten des Ersten Weltkrieges bis zu denjenigen, die in zeitgenössischen Konflikten starben.

Wir parken recht nah der Innenstadt im Norden am Rhein-Marne-Kanal im Faubourg Trois Maison, sonntags sogar kostenfrei (grünes Lesezeichen).

Die gelben Lesezeichen verweisen auf Sehenswürdigkeiten, welche wir besuchen auf unserer kleinen Sightseeing-Runde. 🙂

Wir flanieren die lange Allee entlang, im Blickfeld die Statue Drouot:

Weiter bis zum Platz Carnot mit dem Obélisque de Nancy und in die Altstadt bis zur Statue Jeanne d’Arc.

Und nun endlich zur Place Stanislas – wir sind gespannt – dazu schreiten wir zuerst durch den Triumphbogen:

Wow!! Überwältigend! Wir sind sehr beeindruckt. Ein atemberaubender ‚plaza major‘ (wir träumen immer noch gern von Spanien).

Die Place Stanislas gehört mit den Plätzen Carrière, Alliance und dem Triumphbogen zu einem Ensemble aus dem 18. Jh., das 1983 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen wurde. Der letzte Herzog von Lothringen realisierte dieses Städtebauprogramm, um die alte und die neue Stadt Nancys, Ville Vieille und Ville Neuve, miteinander zu verbinden.

Die Größe des Platzes, sein Gesamteindruck kommt in den Bildern nicht wirklich zum Ausdruck. Man schaut, dreht sich ein wenig, schaut, usw.. Schauen und empfinden, Schönheit, Glanz, geniale Architektur. Es stimmt einfach alles! Die vielen Menschen gehören dazu. Mehr will ich jetzt nicht mehr sagen bzw. beschreiben…

In der Mitte des prächtigen Platzes die Statue des Stanislas.

Warum Stanislas? Wer war Stanislas? 1677-1766, er wurde also alt. 1705 war dieser friedfertige Mann zum König von Polen gekrönt worden, musste aber schon ein Jahr später abdanken. Nach jahrelanger Irrfahrt landete er im elsässischen Weißenburg, wo ihm schließlich der Coup seines Lebens gelang: er arrangierte die Ehe seiner Tochter mit dem französischen König Ludwig XV. Kurz darauf riefen ihn die polnischen Royalisten erneut zum König von Polen aus, doch die europäischen Großmächte gaben dem Kurfürsten August von Sachsen den Vorzug und Stanislas wurde mit dem Herzogtum Lothringen abgefunden. Den Königstitel durfte er behalten…. (Quelle: ‚Mit dem Wohnmobil nach Lothringen‘; siehe letzter Beitrag)

Die Architekten platzierten zwei prächtige Rokoko-Brunnen in den nördlichen Ecken des Platzes: der Neptunbrunnen und der Brunnen der Aphrodite (fontaine d’Amphitrite). Viel Gold glänzt, wie auch an allen Zugangstoren.

Schließlich wieder durch den Triumphbogen über die Place de la Carrière zum Palais du Gouvernement:

Basilika Saint-Epvre :

Kirche des Palais des Ducs de Lorraine, über Jahrhunderte die Grablege der lothringischen Herzöge, heute das Musée Lorrain:

Und zum Schluss unserer außergewöhnlichen Sonntagnachmittag-Runde verabschieden wir uns vom überraschend beeindruckenden Nancy beim Durchlaufen der prächtigen mittelalterlichen Porte de la Craffe:

Man könnte noch viel… ❤️