
So süße Schafe weiden in Toul auf den großen Grasflächen um unseren netten Wohnmobilstellplatz vor der gigantischen, bis heute fast vollständig erhaltenen Festungsanlage.

Toul wurde an einer bereits in prähistorischer Zeit bewohnten Stelle durch den gallischen Stamm der Leuker gegründet, die in Caesars De Bello Gallico einmal erwähnt werden. 51 v. Chr. wurde es von den Römern besetzt. Die Lage der Stadt an der Römerstraße Lyon-Trier, die mitten durch die Stadt führte, ermöglichte ihre wirtschaftliche Entwicklung. Die Franken beendeten die römische Herrschaft in Toul, die zu dieser Zeit den Namen Tullum Leucorum trug. Die Stadt wurde mehrmals verwüstet, insbesondere 451 von den Hunnen unter Attila. Der Frankenkönig Chlodwig I. schließlich wurde zum Christentum bekehrt. (verkürzt aus Wikipedia)

Toul ist seit dem 4. Jahrhundert Bischofsitz ebenso wie Metz und Verdun. Die drei kamen erst durch den Westfälischen Frieden von 1648 endgültig an Frankreich, Toul, so hieß es, sei die frömmste der drei Geschwister, Metz die reichste und Verdun die edelste. Gleich nach der Angliederung ließ Ludwig der XIV. durch seinen Baumeister Vauban die mächtige sternförmige Festungsanlage um die Stadt legen, die Toul zur stärkst befestigten Stadt Frankreichs machte. (Quelle: Mit dem Wohnmobil nach Lothringen).







Leider kann man die unterirdischen Anlagen unseres Wissens nicht besichtigen, da sie in Privatbesitz sind. Vielleicht gelingt uns das in naher Zukunft dennoch, da wir persönlichen Bezug zu einem Zugangsberechtigten mit guten Geschichtskenntnissen haben… 🙂




Vom ansprechenden Wohnmobilstellplatz hat man nicht nur eine prächtige Sicht auf die Kirchen von Toul – seht ihr die Krähenschwärme im Abendlicht über der Kathedrale? (Bild oben) – er liegt auch sehr idyllisch am kleinen Hafen von Toul:





Jetzt aber durch die Porte de France hinein in das Labyrinth der Altstadt. Groß ist es eigentlich nicht, aber man steht dann wegen der hohen und engen Bebauung doch immer sehr plötzlich vor einer Kirche bzw. der Kathedrale…





Zuerst die Kirche Saint-Gengoult mit einem schönen Kreuzgang gotischer Baukunst:




Weiter zur Cathédrale Saint-Étienne:





Und wieder findet man hier einen gotischen Kreuzgang (Cloître), den größten Frankreichs – mit interessanten Figuren:




Auf der anderen Seite der Kathedrale entdeckt der Herr Waldmeister, der wahre, den Jardin René Laurent, einen Gemüse-Garten mit reich bepflanzten Hochbeeten:




Zum Denkmal der Gefallenen des 1. und 2. Weltkriegs und Denkmal für die Opfer der Belagerung von Toul im Jahr 1870.
Zwei dieser großen Gedenkwände stehen dort allein für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, auf dem Foto hier also nur im Gedenken an Personen mit den Nachnamen A bis L…

Wir verlassen Toul und fahren weiter entlang der Moselle..
