Nur neun Kilometer von Sant Jordi (hier) entfernt, imposant auf einem Hügel ca. 300 Meter hoch gelegen, erreichen wir die historische Ortschaft Cervera del Maestre. Bei archäologischen Ausgrabungen wurden bereits Überreste aus der Eisenzeit gefunden, der Ursprung der Stadt geht jedoch auf maurische Herrschaft zurück. Von der damaligen Burgfestung (10.-12.Jhdt.) sind noch die Turmreste und die lange Außenmauer erhalten.
Um den Hügel mit Ort und Burg führt die Rambla de Cervera herum. Der Begriff ‚Rambla‘ wird in der spanischen Sprache für Straße und Trockenflussbett verwendet. Ihr kennt vielleicht die Rambla in Barcelona (las Ramblas), die berühmte Straße mit Kultstatus.


Auch der kleine, aber feine, jedoch steil anzufahrende neue Stellplatz (für fünf kurze bis maximal mittlere Fahrzeuge) verzaubert uns auf den ersten Blick…



Erster Ausflug zur Burgruine hinauf…















Schließlich ein atemberaubender Panoramablick! Egal auf welcher Seite man über die Burgmauern schaut – überall eine fantastische Aussicht:
–> zum Meer – im Vordergrund die Ermita del Carmen – zum Stellplatz hinunter – auf die Rambla ganz unten – und nochmal die Rambla mit dem Friedhof auf halber Höhe.






Was für ein berauschendes Glücksgefühl …
Der Wanderplan für morgen: zur Ermita del Carmen, von dort weiter zur Rambla de Cervera hinunter und dann wieder irgendwo hinauf in den Ort. Gibt es da einen Weg? Auf unseren Wander-Apps jedenfalls nicht…
Doch was tut sich im Ort? Spannend…

Baumelt da der Teufel an einem ‚Baum‘ mitten auf dem Dorfplatz? Wir erfahren, dass am nächsten Tag ein großes Fackelfeuer stattfinden soll. Das Fest Sant Antoni und Sant Sebastià.


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Neuer Tag. Weitere Vorbereitungen. Aber ausgerechnet heute ist Sturm angesagt – bis 100km/h. Oje…

Wir starten unsere Wandertour hinüber zur Ermita. Extrem blauer Himmel, Sonne und tiefdunkle Schatten, schwierig zum Fotografieren… Ansonsten selbstverständlich herrlich!!









Unser Weg endet bzw. wir finden ihn nicht mehr. Wir laufen in der Rambla weiter. Wenn jetzt das Wasser kommt?? Und es kam beim großen Unwetter im Herbst! Gewaltig und zerstörerisch. Viele Spuren davon sind noch zu sehen.


Außerdem wird aus dem Wind allmählich ein Sturm, der uns manchmal fast umwirft. Wann kommt nur der Weg nach oben?







Geschafft!


Schließlich noch ein paar Augenblicke Stille im ehrwürdigen, fast paradiesischen Friedhof am Ende unserer sehr emotionalen Wandertour…



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Die Menschen im Ort sind sehr freundlich, überall freut man sich über die ‚Fremden‘, bekommt Auskünfte und Tipps. Wir fühlen uns wohl.
Ein paar Bilder vom Ort. Man beachte: Die stattlichen wunderschönen Blumentöpfe – zuhause winterliche Zimmerpflanzen – stehen hier vor dem Fenster…














Und am Abend: Sturm! Kein Fest – schade…






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Wir bleiben noch einen Tag. Wer will denn bei Sturm mit einem Wohnmobil fahren?
Außerdem gibt es noch einen Programmpunkt, der uns sehr empfohlen wurde: die historische Ölmühle Molí de l’Oli, direkt neben der Rambla de Cervera. 2,5 Kilometer und 300 Höhenmeter zu Fuß hinunter bzw. wieder hinauf..

Auf dem Weg uralte Oliven- und Johannisbrotbäume..











Text aus dem deutschen (!) Prospekt des Informationszentrums der Molí del’Oli



Im modernen Besucherzentrum der ehemaligen Olivenmühle sehen wir zuerst einen Film über den Ort und seine Geschichte des mühevollen Olivenanbaus von der Ernte bis zum fertigen Öl.
Dann erklärt uns der Angestellte des Museums (in englischer Sprache) sehr anschaulich, kenntnisreich und ausführlich die Phasen der Ölgewinnung von damals: Lagerung und Konservierung der Oliven auf den Terrassen, das Mahlen in der Mühlsteinkammer, die Ölgewinnung in der Presse und die Lagerung/Konservierung in der Kammer der Krüge. Ein aufwendiges und altes System.




Hier die Konstruktion zum komplizierten Pressvorgang. Nur für technisch begabte Personen mit guter Kenntnis von den Hebelgesetzen. 🙂

Heute kommen die gemahlenen Oliven (50% Wasser/50% Öl) sofort in eine Zentrifuge, die das Öl vom Wasser und den festen Bestandteilen trennt. Früher mussten die Oliven erst wochenlang trocknen, um das darin enthaltene Wasser vor dem Pressvorgang zu entfernen … (dazu auch die Wandgemälde weiter unten!)
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Der Bericht – wie auch der Besuch der Stadt – beginnt und endet auf dem Stellplatz. Aus gleich mehreren Gründen:
- Die bunten Street Art-Gemälde am Tennisplatz neben dem Stellplatz erklären wunderbar die früher zeitraubende Sammelarbeit der getrockneten Oliven, welche Frauen in gebückter Haltung ausübten – eine Olive nach der anderen, einzeln…



- Ein glücklicher Zufall schickt uns den Gashändler!

- Leider erst kurz vor der Abfahrt – wir stehen schon an der Ver- und Entsorgungsstation – lernt Donnamattea eine sehr liebe und interessante Wohnmobilistin kennen! Aber besser spät, als nie. Saludos cordiales!



So viel beschert oder schenkt einem ‚das Leben unterwegs‘ manchmal in nur wenigen Tagen…



Danke für den wundervollen Bericht, ein Reiseführer der ganz besonderen Art.
Interessant, wie unterschiedlich wir alle reisen und wahrnehmen. Mir fällt auf, dass du ganz besonders sensibel wahrnimmst und auch viel neugieriger bist als ich (im besten Sinne des Wortes).
Ich war ja nun auch in dem Dorf, mir ist aber vieles nicht aufgefallen – aber das Fenster mit den Alpenveilchen, das kenne ich auch!
Deine Fotos sind ganz besonders, ganz besonders schön.
Der Bewohner des Hauses (ein wenig Gaudi im Bergdorf/Dachterrasse) ist ein deutscher Künstler, der sich wohl im und für das Dorf sehr engagiert.
Ich bin ganz schön neidisch darauf, dass ihr euch die Gegend erlaufen könnt. Mein Radius ist viel kleiner, aber gut, das ist nun mal so.
Genau so habe ich es auch gedacht bei der Durchsicht deiner Bilder. Oh, was für schöne Ausschnitte und Kleinigkeiten du siehst. Das ist wirklich erstaunlich mit dem Blick auf die Dinge und die Welt.
Und es ist so schön, dass wir uns getroffen haben.
Dann schauen wir mal, wie unsere Routen weiter verlaufen… Gute Fahrt, hoffentlich bald bei etwas mehr Wärme wieder!
Ich verfolge mit großem Interesse euren Reisebericht, Ich werde das alles zwar nie sehen aber durch diese tollen Fotos und Berichte , kann ich ein Stück weit mit dabei sein. Danke- ….
Das ist ein sehr schönes Kompliment, liebe Ingrid! Es freut mich sehr, dass meine Bilder dir das Gefühl geben können, ein wenig dabei zu sein. Sich Mitfreuen können ist eine wundervolle Gabe. Ich sage auch danke! ❤️