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„Hey, wie schön ist es hier?!“ oder bissle kitschiger: „Hach, wie schön!“

Wohnmobilurlaub besteht nicht nur aus ‚mobil’ sein, sondern auch aus ‚nur wohnen’. Ein sehr schöner, geeigneter Ort dafür ist das Erholungsgebiet Kriebstein-Talsperre, eine der schönsten Talsperren Sachsens. Die 1927 bis 1929 zum Hochwasserschutz errichtete Sperrmauer bildet einen Bogen mit einem Radius von 225m und erreicht eine Höhe von 26m. Auf dem 9km langen und maximal 400m breiten Stausee verkehren Fahrgastschiffe. Romantische Zeltplätze, Freibäder und der Zschopautal-Wanderweg sowie im Besonderen die Burg Kriebstein komplettieren das Freizeitangebot.

Tour Kriebstein

Davor noch vier Bildchen vom Schloss Lichtenwalde (auch schon im Kreis Mittelsachsen), wo es eine Ausstellung des durch Instagram bekannten Scherenschnitt-Künstlers Paperboyo gibt. Die Sonderausstellung gehört zum Schlossbesuch plus Museum und ist mir dann doch zu zeit- und kostenaufwändig… Wir wollen ja unsere kleine Auszeit, ganz in der Nähe.

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Eine erneute Hitzewelle rollt über Deutschland, so dass ein Campingplatz am See die ideale Lösung ist. Donnamattea benötigt ja bekanntlich für den Blog WLAN, muss aber dann doch am dritten der angefahrenen sehr romantischen 😉 Zeltplätze passen!! Also gut, so technischen Schnickschnack gibt’s eben hier nicht – da macht Donnamattea einfach auch mal Urlaub… 🙂 🙂

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Wir checken im Zeltplatz (mehr PLATZ als alles andere 😉 )Lauenhain ein und stehen in vorderster Reihe, wunderbar mit Blick auf die ziemlich grüne Zschopau; es ist halt heiß ohne Ende zur Zeit und die Flüsse führen wenig und warmes Wasser, ansonsten – d.h. außer der Grünalge – ist das Wasser unbedenklich, ständig getestet und keimfrei nach Auskunft der Campingplatz-Verwalterin. 🙂

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Ein Drittel des Platzes (der Schattenteil) ist mit Zelten des Kanuclubs Dresden belegt, die hier ihr zehntägiges Jugendtraining durchführen, wie mir drei nette junge Sportler erzählen. Und da gibt’s mächtig was zu beobachten: natürlich viele Kanus im Wasser, aber auch lustige Begebenheiten im Drumherum. So schwimmen mehrere größere Jungs und ein mutiges Mädchen (!) durch die Zschopau und klettern waghalsig auf ein ca. 8m hohes Felsmassiv, um dann von dort unter den Blicken und dem Beifall vieler Zuschauer gekonnt mit Salto ins trübe Flusswasser zu springen. Einer macht es sehr spannend bzw. hat wohl sehr lange mit der Angst zu kämpfen….

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Wir verbringen jedenfalls sehr gechillt (!) den heißen Nachmittag in der ehemaligen DDR-Idylle. 😉 Abends schwingen wir uns dann endlich mal auf die ständig mitgeführten Drahtesel, aber auch nur um im nahen Supermarkt in Mittweida alles Fehlende einzukaufen. 🙂

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Direkt vor unserem lauschigen Plätzchen halten sowohl eine kleine Fähre als auch die Fahrgastschiffe des Stausees zu bestimmten Zeiten. Und so schippern wir am nächsten Vormittag von Lauenhain bis Kriebstein Hafen. Was für eine wunderschöne Fahrt!! Urlaub pur…

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Dort angekommen – wir waren hier schon bei der Campingplatzsuche Nr.2 😉 – geht’s zu Fuß weiter an einem groß und durchdacht angelegtem, sehr ansprechenden Kletterpark vorbei, anschließendem Genuss eines erfrischenden Eiskaffes bis zur Ritterburg Kriebstein.

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Die grüne Zschopau

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Nördlich von Mittweida erhebt sich die Burg Kriebstein auf einem steilen Felsen über der Zschopau. Innerhalb der großen Gruppe der Höhenburgen verkörpert sie den Typ der Bergspornburg, d.h. die Anlage liegt auf dem äußersten Ausläufer eines von drei Seiten von der Zschopau in weitem Bogen umflossenen Bergsporns. Ihre noch spätmittelalterlichen Erkertürmchen und der Dachreiter bestimmen das reizvolle Bild der unverwechselbaren Dachsilhouette. (aus Baedeker ‚Sachsen‘, S.270)

Man kann fast die ganze Burganlage besichtigen. Im Museumsteil findet man eine Vielzahl an Einrichtungsgegenständen sowie ‚Hausrat‘ und Kunst früherer Bewohner. Der Höhepunkt wartet in der in Fels gehauenen romanischen Kapelle mit einmaligen Wandmalereien in Trockentechnik. Auch der 35 m tiefe Brunnen ist bemerkenswert. Ausnehmend gut gefällt uns zu Beginn der Besichtigung übrigens der vorgeführte Videofilm zur Geschichte der Burg mit sehr gut aufgemachten, selbst erklärenden, spannenden virtuellen Bildern. Fotografieren ist nicht erlaubt…

Anschließend wollen wir eigentlich wieder mit dem Schiff nach Lauenhain zurück, verpassen aber die Abfahrt/bzw. lesen den Fahrplan falsch 😉 und müssten 90 Minuten warten. Deshalb entschließen wir uns trotz der Hitze zur Wanderung auf dem Rundweg 7,3km zurück nach ‚Lauenhain Fähre‘ (auf der schöneren westlichen Seite). Die Wanderung entpuppt sich dann als außergewöhnlich schön… Immer am Wasser entlang, fast nur schattig, mal eine kleine Steigung hoch und wieder hinab, an Felswänden vorbei bzw. oben drüber, wild, herrliche, abwechslungsreiche Natur, warm wie in Kroatien oder Griechenland (als Beispiel). Was will man mehr? Und das mitten in Deutschland – wir kommen ins Schwärmen…

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Bei der Ankunft am Zeltplatz überrascht uns ein außergewöhnlicher, witziger Anblick:

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Nur noch diese zwei Wohnmobile. Ganz vorne an der Zschopau. Der Rest leer. Die Dresdner Kanuten und alle anderen Nachbarn weg!

Links wir, rechts der neue sächsische Nachbar, der bald zur Begrüßung vorbeikommt. Wir kommen nett ins Gespräch und er gibt uns sehr nützliche Tipps, u.a. zum Auensee in einer Schleife der Sächsischen Saale gelegen im Dreiländereck Sachsen/Thüringen/Franken und zum geschichtlich sehr interessanten Deutsch-deutschen Museum/Gedenkstätte ganz in der Nähe in Mödlareuth, dem berühmt gewordenen geteilten Dorf – sozusagen die kleine Schwester von Berlin, durch eine Mauer in Ost und West getrennt…
Vielen Dank und liebe Grüße an unseren Camper-Nachbar und seine Frau! 🙂 – Die angedeuteten Orte zeige ich euch dann im folgenden Beitrag. Am nächsten Vormittag verabschieden wir uns nämlich von unserer Idylle…

Eure ‚Donnamattea‘

Was gibt uns wohl den schönsten Frieden, als frei am eignen Glück zu schmieden. Johann Wolfgang von Goethe


Tag 7/8 (6./7.8.): N 51°00’20.08“/E 12°59’16.0“; Campingplatz Lauenhain an der Zschopau/Talsperre Kriebstein, Mittweida, Sachsen; 16€/Tag; Tagesetappe am Tag der Anfahrt: 59km