
Oder würde euch die folgende Überschrift neugieriger machen?
Stimmt jedenfalls beides.
Malpas-Tunnel, Étang de Montady und Narbona
Wir befinden uns an einem außergewöhnlichen, interessanten Platz, dem Hügel Ensérune bei Colombiers, ungefähr 10 Kilometer von Béziers entfernt. Dreierlei Spektakuläres wartet auf den Besucher – allerdings völlig unterschiedlicher Art. Das blaue Schild des Tourismus-Office (weiter unten) weist schon darauf hin.
Zuerst zum Kanal im Tunnel, dem Malpas-Tunnel des Canal du Midi.
Der Canal du Midi (‚Kanal des Südens‘) wurde gebaut, um die Verbindung vom Atlantik zum Mittelmeer zu vervollständigen. Seit 1996 gehört der Canal du Midi zum UNESCO-Weltkulturerbe. Hier: Wikipedia findet ihr noch VIEL mehr zur sehr interessanten Geschichte des Kanals.
Damals war also genau dieser Hügel im Weg, um den Kanal fortzuführen. Und so entschloss sich der Ingenieur Pierre-Paul Riquet 1679 (!), einen 173 Meter langen Kanaltunnel zu graben. Es war der erste schiffbare Kanaltunnel der Welt. Dank des Treidelpfades kann man den Tunnel zu Fuß begehen.
Blick auf den Kanal, der von Toulouse und Carcassonne heranfließt…



… dann den südwestlichen Tunnelmund erreicht.

Wir durchlaufen den Tunnel. Irgendwie ein wenig gruselig…

…. mit Blick zurück.

Und dann kommt der Ausgang, der östliche Tunnelmund.

Wieder der Blick zurück, geschafft!

Weiter fließt das Wasser des Canal du Midi Richtung Béziers.

Vor Béziers kann man übrigens gleich die nächsten Glanzleistungen der damaligen Ingenieure bestaunen. Die Schleusentreppe des Canal du Midi und die Kanalbrücke Béziers, die den Kanal über den Fluss Orb führt! Im Januar 2022 besichtigten wir beide Sehenswürdigkeiten. Schaut gern mal in meinen Beitrag dazu hinein!
Das ist aber noch nicht alles zum Thema Malpas-Tunnel, wartet ab! Es gibt noch eine Steigerung zum Staunen..
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Aber zuerst weiter:
Das Oppidum d’Ensérune, eine Ausgrabungsstätte auf dem Hügel aus dem 4. Jahrhundert vor Christus. Man kann dazu ein Museum besuchen. Darum soll es aber in meinem Beitrag nicht gehen. Der Reiz des Ausgrabungsfeldes liegt nämlich mehr im Blick auf ein kreisförmiges Stück Land:
Der Étang de Montady, eine im Mittelalter trockengelegte und ursprünglich zur Salzgewinnung genutzte Lagune
Es bestand damals Seuchengefahr aufgrund der vielen Insekten in dem Sumpfgebiet. Man baute dann wegführende, sternförmige Entwässerungskanäle, um das Gebiet trocken zu legen. Und dies ergab einen ‚Kreis‘ von 2,2 km Durchmesser, den man heute noch sehr gut erkennen kann.
Sogar im Satellitenbild.

Erst noch der Blick nach Béziers:

Dann langsam den Hügel hinauf:




Und jetzt der ‚Knüller‘, den wir erst selber nicht erkannt haben. Der Ort ist nämlich eine imposante Überlagerung von vier ‚Wegen‘, davon drei unterirdisch.
- Die Römer lebten auf dem Hügel.
- Der Canal du Midi führt seit dem 17. Jahrhundert eine Etage tiefer hindurch.
- Noch ein Stockwerk tiefer, also direkt unter dem Kanal kreuzt die Bahnstrecke Bordeaux – Sète seit dem 19. Jahrhundert.
- Und ganz unten, 3.Tief-Etage, der Entwässerungskanal des Étang de Montady aus dem 13. Jahrhundert.
Was für ein genialer, faszinierender Ort!



Und oben drauf wir! 🙂



Nach so viel Text jetzt nur noch ein paar Bilder aus Narbonne, okzitanisch Narbona:



















Fast überall ist geschlossen, sogar die Kathedrale – liegt wohl am Montag…

Eine letzte Übernachtung in Frankreich in Banyuls-dels-Aspres mit Blick auf die Pyrenäen… 🙂 ⁉️