Vom ‚Rußigen Freitag‘ bis Aschermittwoch sind wir – bekennende Fastnachtsmuffel – mit dem Wohnmobil unterwegs. Über das Murgtal und den wenig befahrenen, abenteuerlich schmalen Schwarzwald-Pass Rote Lache (690m) zwischen Forbach und Baden-Baden gelangen wir am Freitag bis nach Ebersteinburg, wo wir am Fuße der noch winterlich düster wirkenden Burg Alt-Eberstein unseren ruhigen Übernachtungs-Parkplatz finden. Was werden uns die nächsten Tage an Erlebnissen bringen? Freudige und spannenden Erwartungen sind immer mit der ersten Übernachtung im Wohnmobil verknüpft – urplötzlich und komplett heraus aus dem normalen Alltag…

Am Samstag ist erst einmal Kunst angesagt! Wir starten ins nahe Baden-Baden; Donnamattea möchte dort gern das Museum Frieder Burda besuchen. Der Namensgeber ist der zweite Sohn des Verlegers Franz Burda und seiner Frau Aenne; er fand seine Lebensaufgabe in der Kunst. Über die einzigartige, sehr kostspielige Architektur des lichthellen modernen Gebäudes lest ihr bitte im oben genannten Link nach, die ausgestellten Werke kommen jedenfalls bestens zur Geltung. Und man sieht gerade so viele, wie man auch verkraften und somit genießen kann.

Im Kurpark Baden-Baden – Vorfrühling:

Zur Zeit findet im Museum die Ausstellung ‚Die Brücke‘ statt:

Die farbenfrohen Werke des Deutschen Expressionismus sind ein wichtiger Schwerpunkt der Sammlung Frieder Burda. Daher wird nach der Ausstellung zum „Blauen Reiter“ im Jahr 2009 nun auch der zweiten einflussreichen Künstlervereinigung des Expressionismus in Baden-Baden eine Schau gewidmet. Mit rund 120 Werken, darunter 50 hochkarätige Gemälde, vermittelt die Ausstellung einen Einblick in das Werk von Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein und Emil Nolde. …. (Ausschnitt aus obigem Link)

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‚Die gelbe Maske‘ von Max Pechstein, 1910, Öl auf Leinwand
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Mein Lieblingsbild heute: ‚Artistin Marcella‘ von Ernst Ludwig Kirchner, 1910, Öl auf Leinwand, Brücke-Museum Berlin

Eine ständige Installation des bekannten Lichtkünstlers James Turrell befindet sich im Untergeschoss. Da denke ich an einen wunderschönen Aufenthalt mit eindrucksvollen Kunst-Erfahrungen in Berlin im Februar letztes Jahr zurück…FOTO_20190302_124256.jpgIMG_20190302_113246491.jpg

Und zum Schluss noch der Knaller! Wir wussten nämlich nicht, dass Banksy`s berühmtes geschreddertes Bild Love is in the Bin für vier Wochen hier hängt – Glück muss man haben!! Die Menschenschlange davor hielt sich in Grenzen. Ab 7.3. dann in Stuttgart.

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Da steckt wohl auch der Teufel im Detail!! Original von mir fotografiert!

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Kunstgesättigt und farbenfroh inspiriert fahren wir weiter, überqueren den Rhein bei Iffezheim und kommen bis ins französische Lauterbourg, wo wir an die leibliche Sättigung der nächsten Tage denken und erst einmal gediegen einkaufen, u.a. diverse feine Käsesorten, Merguez, einen überdimensionalen Frisée-Salat und was man halt so Nettes braucht im Urlaub. 

Den weiteren Weg zeigt uns nun der ADAC-Wanderführer: ‚Saar-Pfalz-Hunsrück‘ mit der Nummer 23: Drei-Burgen-Wanderung‘ bei Annweiler. Der Startpunkt ist ein schöner Waldparkplatz, der auch unser romantisch-wilder Übernachtungsplatz wird. Leider schließt die Burg Trifels sehr früh am Tag und so müssen wir mit ein paar anderen, deswegen leicht enttäuschten Wanderern vor der Burgtür draußen bleiben, obwohl hinter dem Tor die Besucher noch viel Zeit haben. „Haben wir schon den Eintritt gespart“, meinte einer gelassen. 4,50€. Die Aussicht von allen drei Burghöhen ist jedenfalls erhebend. Und trotz sehr grauen, wolkenverhangenen Himmels fällt kein Regentropfen.FOTO_20190307_093552.jpgFOTO_20190307_093655.jpg

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Burgfelsen der Burg Anebos
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Blick zur Reichsburg Trifels – von Burg Scharfenberg aus gesehen
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Hier die drei Annweiler Burgen in einer Reihe – unsere ‘Drei-Burgen-Wanderung‘ von der Ferne gesehen sozusagen

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Sonntag. Der Teufelstisch in Hinterweidenthal ist das Ziel. Passt doch perfekt zur Fastnacht… Alleh hopp! – Wir wählen heute die Tour Nummer 27 aus oben genanntem Wanderführer, vermischt mit dem Premiumwanderweg Hinterweidenthaler Teufelstisch-Tour, wobei eigentlich nur der Teufelstisch ‚premium‘ ist, die Tour entspricht einer ganz normalen Wanderstrecke.IMG_20190304_175114_763.jpg

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Wo wollen diese Teufelinnen wohl hin? Am Bahnhof, an welchem unser Wohnmobil parkt, heimlich durchs Fenster fotografiert..

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Hier wohl des Teufels Schuhe…

Wieder schaffen wir die knapp 10km ohne einen Regentropfen einzufangen. Sind wir denn etwa mit dem – ihr wisst schon –  im Bunde? Zum guten Schluss genehmigt sich der ‚wahre Herr Waldmeister‘ noch ein frisches ‚Ehrsteiner Helles‘ vom Fass: teuflisch gut!FOTO_20190306_163056.jpg

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Am Rosenmontag fegt Sturmtief Bennet alle Wanderpläne und teilweise auch einige Karnevalsumzüge weg. Unsere einzige rettende Idee: ab ins warme Wasser eines Thermalbads und die vom ausgiebigen Wandern müden Knochen in Erholung schicken. Wir entscheiden uns zum allmählichen Rückweg über Dahn, Erinnerungen an letztes Jahr kommen auf ( 1 , 2 ) und landen für ein paar Stunden in der sehr netten, wohlig-warmen Südpfalz-Therme in Bad Bergzabern. Die Übernachtung erfolgt in Steinfeld.

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Gegen die Decke fotografiert

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Die Nacht verbringen wir einsam, aber auch praktisch und nicht zufällig auf dem Parkplatz am Kakteenland Steinfeld. Der Mann hat hier nämlich ein paar dringende Wünsche. Zum Glück kein Pferd … IMG_20190305_102740877.jpg

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Kennt ihr eigentlich den Elwetritsch?

Später geht’s wieder nach Frankreich bzw. noch einmal zum vergnüglichen Lebensmitteleinkauf für zuhause nach Lauterbourg und dann tatsächlich – wie ungewohnt für uns? – ins nahe gelegene Outlet Center Roppenheim, wo wir ein kleines bisschen fündig werden…

Und immer noch regnet es in Strömen. Für das weitere Programm googeln wir und steuern daraufhin abermals ein Thermalbad an: die weitläufige Rotherma in Gaggenau, wo wir bis in den Abend hinein in diversen warmen Becken ‚kuren‘. Der Stellplatz für Wohnmobile nah neben dem Bad ist auch in Ordnung.

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Am Aschermittwoch ist bekanntlich alles vorbei! Noch nicht ganz; es fehlt die Auflösung des Rätsels um die ‚Alleskönner‘. Was verbirgt sich nämlich dahinter?

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……. der Mythos Unimog!

Im Unimog-Museum Gaggenau. Zur sehr interessanten Geschichte des Unimogs schaut ihr bitte hier. Die Bezeichnung ‚Unimog‘ bedeutet übrigens ‚Universal-Motor-Gerät‘.

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Er kann einfach alles!!

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Hier noch eine kleine Auswahl der verschiedensten Einsatzgebiete eines Unimogs:

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Und mit Kunst beschließe ich nun auch unsere fünf schönen Tage:

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Ein El Bocho im Unimog-Museum!

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Abschließend unsere Tour in grober Übersicht. Ich beginne auf der B294 in Höhe von Seewald. Fastnachtstour

Die Übernachtungsplätze der Tour (alle kostenfrei):

  1. An der Burg Alt-Eberstein in Ebersteinburg/Ba-Wü; N 48°47’0″/ E 8°16’15“; 450m hoch gelegen
  2. Wanderparkplatz Ahlmühle bei Annweiler am Trifels/Pfalz; N 49°11’22″/ E 7°59’29“; 396m hoch gelegen
  3. Parkplatz beim Hundesportverein in Hinterweidenthal/Pfalz; N 49°11’09″/ E 7°44’14“; 239m hoch gelegen
  4. Parkplatz am ‚Kakteenland‘ in Steinfeld/Pfalz; N 49°02’45″/ E 8°03’30“
  5. Wohnmobilstellplatz Rotherma in Gaggenau/Ba-Wü; N 48°48’29″/ E 8°18’08“

Insgesamt zurückgelegte Strecke der Tour: 364km

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Seid herzlich gegrüßt von Donna Mattea und dem ‚wahren Herrn Waldmeister‘!