Noch sind wir an der Küste der Ostsee. Wir müssen unbedingt noch mit den Füßen ins Wasser und durch den Sand laufen… Aber so ganz richtige Strandläufer sind wir nicht. Mal sehen.

Versteckt hinter einem ausgedehnten Waldgebiet und etwas abseits der großen Straßen liegt das Ostseeheilbad Graal-Müritz. Es verfügt über einen kilometerlangen feinen Sandstrand. „Herrlich!“


Das Fischland ist eine Landbrücke an der südlichen Ostseeküste der Mecklenburger Bucht und Teil der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Es gehört zum Landesteil Mecklenburg, der Darß gehört bereits zu Vorpommern.

‚Swante Wustrow‚ – ‚Heilige Insel‘ – vor vielen hundert Jahren befand sich hier ein Heiligtum der Slawen, das dem Seefahrerort seinen Namen gab.

Auf der Seeseite erstreckt sich ein weitläufiger, feiner Sandstrand und die Seebrücke. Gleich auf der anderen Seite des Ortes der gemütliche Boddenhafen und eine sanfte Landschaft mit Wiesen und Schilfflächen. Gegensätzliche Küstenformen, die nur im Ostseebad Wustrow so dicht beieinander liegen, denn genau hier liegt das schmalste Stück Land der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst.

Fischland-Darß-Zingst

Am Hafen von Wustrow:

Malte und Ilsebill ❤️ – die Geschichte vom kleinen Otto 🍏 lassen wir mal lieber… (sorry, nur für ‚Insider‘ 🙂 ):

Der Sommer macht gerade Pause. Und wir irgendwie auch. Der Stimmungszeiger steht im Moment nicht auf Ostseestrand. Womos sind oft nicht erwünscht. Auch sind Wohnmobilstellplätze überteuert (und nicht unbedingt schön; unsere subjektive Meinung 😉 ). Vielleicht ein andermal…

Wir biegen ab.


Und fahren ziemlich direkt, also keine Autobahn, Richtung Müritz-Nationalpark. Oft auf kleinen Straßen, immer wieder durch endlose Eichenalleen …

… hin und wieder auch ordentlich durchgerüttelt – das Besteck klappert in der Schublade – auf grobem Kopfsteinpflaster. Entschleunigung pur! 🙂

Wir kommen bis Teterow. Und wie wir im Reiseführer lesen, liegt die Stadt in der ‚Mecklenburgischen Schweiz‘. Warum heißt die Gegend so?

Erbprinz Georg von Mecklenburg-Strelitz soll sich den Namen Anfang des 19. Jahrhunderts ausgedacht haben, weil er die Landschaft so schön fand wie die der Alpen. Seen und Wälder, Äcker, Weiden und Moore sind typisch für den Landstrich nördlich der Müritz.

Aha! Auf jeden Fall findet man hier wieder schöne Plätze für unser Womo! Und zwar am Teterower See. Mitten im See liegt die Burgwallinsel, ein uralter Siedlungsplatz der Slawen wohl seit dem 9.Jh. Sie hatten die Insel damals durch eine 750m lange Holzbrücke mit dem Festland verbunden, weiß man heute. Geblieben ist der Name: Teterow = Auerhahnort.

Heute gibt es nur zwei Möglichkeiten auf die Insel zu gelangen: Entweder mit der Barkasse Regulus oder mit der Seilfähre. Letztere nutzen wir:

Die Barkasse. Aber wieso zwei? Erkennt ihr die Lösung? 😉

Spaziergang mit Aussicht auf der Burgwallinsel:

Einkehr in der reetgedeckten Gaststätte Wendenkrug:

Optische Täuschung! Donnamattea fotografiert das verspiegelte Häuschen des Fährmanns…

Und noch drei nette Bilder aus Teterow beim Abendspaziergang 😉 :


Ungefähr 30 Kilometer weiter stehen die 1000-jährigen Eichen von Ivenack. Die uralten Baumriesen gehören zu den ältesten Bäumen Deutschlands und besitzen eine besondere Symbolkraft.

Als erstes Nationales Naturmonument sind die (1000-jährigen) ‚Ivenacker Eichen‘ eine kultur- und naturhistorische Besonderheit. Sie stehen in einem Park mit einem Tiergarten (Damwild und Wildschweine). Die Eichen sind keine Überbleibsel wilder mecklenburgischer Urwälder, sondern Zeugnisse eines ‚Hudewaldes‘. Dieser ist die älteste Form der Landnutzung; schon die Slawen und später die ersten deutschen Siedler trieben dabei Schweine, Rinder und Pferde zur Nahrungsaufnahme in den Wald. Den damals schon einigermaßen großen Eichen kam das zugute, denn sie bedrängende Pflanzen wurden so ausgerupft/gefressen und sie hatten viel Licht zum Wachsen.

Auch über die Baumwipfel kann man den Blick hoch droben schweifen lassen; kleine nette Tafeln und Aktionen belehren und unterhalten den Besucher. Donnamattea lauscht z.B. Gedichten (auch einem von Goethe 🙂 ).


Ver- und Entsorgung beim Wohnmobil-Stellplatz am Müritz-Nationalpark in Federow nahe Waren.

Der wahre Herr Waldmeister hat aber noch ein anderes Ziel für heute. Wir erreichen es nur auf Umwegen bzw. die Fahrt endet irgendwo im Nationalpark! Navi… Zwei Pilzesucher raten uns dringend zur Umkehr! Wir wollen nach Babke, weil wir an den Ort eine gute Erinnerung aus dem Jahr 2016 haben. Wir standen damals drei Tage bei ‚Havel Nationalpark Fischzucht/ Räucherei‘ und verbrachten eine schöne Zeit im Müritz-Nationalpark, einschließlich Rad- und Kanufahrten (alter Beitrag). Die Fischspeisen sind noch immer gut, aber die Stimmung von damals taucht nicht mehr auf…

Eine Wanderung am nächsten Morgen rund um Babke und den ‚Madensee‘ bringt wieder gute Laune:

Bis bald wieder!


Unsere Übernachtungen und die Route:

  • Wustrow, Fischland/Darß, Wohnmobilstellplatz am Hafen(MV); GPS 53.48741/ 10.60651; p4n
  • Teterow, P Burgwall; Teterower See See (MV); GPS 53.767731 / 11.475142; p4n
  • Babke, P Havel-Nationalpark-Fischerei , privat (MV); GPS: 54.072029/ 12.098556

A = Rostock

B = Graal-Müritz

C = Wustrow

D = Sanitz

E = Teterow

F = Ivenacker Eichen

G = Federow/ Müritz-Nationalpark

H = Babke/ Müritz-Nationalpark