Donnamattea meldet sich unter anderem aus Orange! 🍊🍊 Eigentlich hat die Stadt gar nichts mit Orangen zu tun, trägt sie aber dennoch im Wappen. Die Herren von Nassau-Oranien und ihre Geschichte stecken hinter dem Namen (die Oranier).

Hier unsere Fahrt ‚peu à peu‘ weiter in den Süden anhand einer Karte/ Liste:

  • A = Grignan
  • B = Chamaret
  • C = Suze-la-Rousse
  • D = Orange
  • E = Châteauneuf-du-Pape
  • F = Avignon
  • G = Abtei Saint-Michel de Frigolet
  • H = Boulbon
  • I = Tarascon

Alle Übernachtungsplätze wie bisher hier!


  • B und C: Nur zwei schöne Bilder, während der Fahrt ‚geschossen‘. Links der außerordentlich hohe mittelalterliche Turm vom ehemaligen Schloss Chamaret – den man übrigens vom Schloss Grignan auffällig gesehen hat. Rechts das Château von Suze-la-Rousse.

  • D : Orange (30.000 Einwohner). Das Beste ist unser Standort auf der ‚Colline Saint-Eutrope‘. 😉 Wo? Warum? Es handelt sich hierbei um einen Hügel in der Stadt, auf dem früher eine Burg stand und wo sich heute außer den Mauerresten der Burg ein hübscher Park befindet – und unser Übernachtungsplatz! Und dazu diese Aussicht! Man schaut nämlich von da oben nicht nur wunderschön auf die Stadt bis zum Mont Ventoux (1912m), sondern überraschend direkt hinein in das beeindruckende antike Theater! Wie ein Zuschauer in der obersten Reihe. Zuerst die Bilder vom Abend:

Und am Samstagmorgen dann der Stadtbummel. Auf der Colline wird fleißig Morgengymnastik bei Musik betrieben und wir ‚klettern‘ den Hügel hinunter. Donnamattea meint nämlich eine Abkürzung zu wissen, landet aber fast mitten in den römischen Ausgrabungen neben dem Theater! Alles wieder hinauf und den ordentlichen Abstieg nehmen..

Ja, Orange kann auch mit einem römischen Triumphbogen aufwarten! Obwohl Ralf Gréus in Mit dem Wohnmobil in die Provence (schon öfter von mir genannt, z.B. im letzten Beitrag) klarstellt, dass es eigentlich nur ein sogenanntes ‚Stadtgründungstor‘ ist, weil die Römer Triumphbögen nur in Rom kannten, Stadtgründungstore hingegen im ganzen Imperium. Auf jeden Fall steht es zusammen mit dem antiken Theater auf der UNESCO-Liste des Welterbes.


  • Anschließend geht unsere Fahrt nach E = Châteauneuf-du-Pape. Der weltbekannte Weinort liegt sozusagen am Weg. Und an der Rhône. Wir parken auf einer Anhöhe am Nordrand des Ortes an der Turmruine einer Burg. Der Bau diente ehemals den Päpsten während der Zeit des Exils in Avignon als Sommerresidenz. Und die frommen Männer schätzten den guten Rotwein sehr.. Uns bläst heute aber der Mistral (ein kräftiger Nordwind) um die Ohren und fast vom Hügel! Also bietet sich eine kleine Besichtigung des tiefer liegendes Dorfes an. Ohne Wein-Einkauf !!??
  • Weiter, vorbei an F = Avignon. Stau, alles zugeparkt am ‚Pont d’Avignon‘. Emotionale Erinnerung an unsere erste Fahrt durch Südfrankreich nach Spanien vor 6 1/2 Jahren. Damals mein erster Blogeintrag Auf der Route du Soleil… 
  • Als Übernachtungsplatz im Visier: G = die Abtei Saint-Michel de Frigolet. Stimmungsvolle Anfahrt durch hübsche Hügellandschaft, der riesige Parkplatz mit ausladenden Schirmkiefern. Aber dann auf dem großen Schild: Parken ab 22Uhr untersagt… (naja, nicht so christlich). Deshalb nur eine ganz kurze Besichtigung. Wir benötigen bald ein Plätzchen für die Nacht.
  • H = Boulbon. Eigentlich für uns ein Ort als ‚Ersatz‘. Aber wie es zuweilen zugeht im Leben: Das Ungeplante ist oft das Schönste! Der Platz für die Nacht zwar zuerst fast am Straßenrand, jedoch weitläufig und in hübscher bergiger Landschaft mit Bäumen, die den Mistral fast ganz abhalten. Am Sonntagmorgen parken dann die ersten Jäger, begleitet von ihren Hunden mit Glöckchen am Hals. Zum Frühstück fahren wir also lieber in die Sonne auf den wunderbar provenzalischen ‚Place Gilles Léontin‘ unter uralten Platanen mitten in Boulbon.

Wir entschließen uns zu einer sonntäglichen Wanderung zur Mühle Bonnet hoch und einer Tour durch die ‚Montagnette‘, wie die pittoreske Hügellandschaft heißt. Wir genießen die Aussicht ins Rhônetal und in die weite Landschaft ebenso, wie die interessante Flora. Herrlich warm ist es! Die Wanderung ginge sogar bis zur schon genannten Abtei hinüber. Wir drehen jedoch früher den Weg zur Runde (6,4km). Zuletzt geht es in einer felsigen Schlucht zünftig wieder bergab.

Dreimal Callistemon = Zylinderputzer und einmal der wahre Herr Waldmeister an Platanenhöhle. 🙂

  • Und zum Schluss I : Monumental das Schloss von Tarascon. Der Drache stellt eine Sagengestalt dar, die in der Rhône ihr Unwesen trieb.

Die Burg ist ein perfektes Zeugnis eines Wehrbaus aus der Zeit, als die Provence noch nicht zum französischen Königreich gehörte und der provenzalische König René an seiner Grenze, der Rhône, eine durch Wassergraben und Zugbrücke gesicherte Behausung errichtete…

Ralf Gréus, Mit dem Wohnmobil in die Provence, S.258

Und hier überqueren wir die Rhône, verlassen die schöne Provence. Kein Drache schnappt uns. Wir befinden uns jetzt in Okzitanien im Département Gard. Doch davon später. À bientôt! ❤