Ein ‚hochalbines‘ Wanderparadies

Rund um die drei westlich von Meßstetten gelegenen Stadtteile Tieringen, Hossingen und Oberdigisheim führen die nagelneuen HochAlbPfade.

Sie heißen „Tieringer Hörnle“, „Hossinger Hochalb“ und „Felsquellweg Oberdigisheim“. Und sie zählen zum Schönsten, was die Alb Wanderern zu bieten hat: Spektakuläre Pfade direkt am Trauf, wo die Hochalb wie ein Bruch steil ins Vorland abfällt. Die Aussicht dort ist grenzenlos, bisweilen reicht sie über das Albvorland bis Stuttgart, westlich bis zum Feldberg im Schwarzwald und im Süden bis zu den Alpen.

Die drei vom Deutschen Wanderinstitut zertifizierten „Premiumwanderwege“ wurden als Rundwege angelegt, keiner von ihnen misst mehr als 14 Kilometer. Was sie zu herrlichen Tagestouren macht. Und obwohl sie eindrucksvoll durch die Hochalb führen, die immerhin auf fast 1000 Höhenmetern liegt, erweisen sich die „Pfade“ als überraschend steigungsarm.

Abwechslungsreich sind die Pfade außerdem, jeder hat sein eigenes Thema. Das „Hörnle“ bietet traumhafte Aussichten und eine einzigartige Wegführung am Trauf. Ebenso wie die „Hossinger Hochalb“, die mit ihrem Artenreichtum und ihren Traufpassagen all das zeigt, was die Alb-Natur so reizvoll macht. Wasserreich präsentiert sich schließlich der „Felsquellweg“: Feuchtbiotope, ein schluchtartiger Bachlauf, sowie ein Badesee zur Belohnung kennzeichnen den kürzesten der drei HochAlbPfade. So hat jeder Weg sein eigenes Profil. „Hochalbin“ sind sie aber alle. Also ein wenig abgelegen, mitten in der Natur, aussichtsreich und kantig – wie die gesamte Alb am Trauf.

Aus: Stadt Messstetten: HochAlbPfade

Ja, wir sind mal wieder Premiumweg-Wanderer! Den ‚HochAlbPfad‘ Felsquellweg Oberdigisheim sind wir ja schon teilweise im April gewandert (siehe mein Beitrag); starten auch heute – am Samstagnachmittag – mit ihm. Es ist sommerlich heiß und da ist der Badesee Oberdigisheim bzw. der Stausee Kohlstatt-Brunnenbach mehr als recht. Wir parken unser ‚Womo‘ auf dem neu eingerichteten Stellplatz am Stausee, mit Strom sogar, ganz praktisch bei der Hitze, d.h. Gassparen beim Kühlschrank und elektrischer Grill heute Abend. 🙂 Alle Plätze sind frei (!) und wir entscheiden uns für den Randplatz direkt gegenüber von vier hübschen Jungkühen auf der Weide! Sehr idyllisch. Chillig. Was meint ihr zu dem Plätzchen? 😉

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Der ‚wahre Herr Waldmeister‘ macht sich auch gut als ‚Kuhflüsterer‘ (im Hintergrund der ‚Staudamm‘).

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Das Schwimmen im See bringt herrliche Erfrischung 😉
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Der Oberdigisheimer Stausee. Alle Aufnahmen vom Abend – ich wollte keine Badegäste fotografieren…

Am Sonntagmorgen nach dem Frühstück und einem netten Plausch mit dem abends noch dazu gekommenen zweiten Wohnmobil bzw. dessen Besitzern fahren wir die paar Kilometer von Oberdigisheim zurück nach Tieringen, wo am Parkplatz Schlichemhalle bzw. Barfußpark unsere 10,5km lange Wandertour beginnt, die wir genau nach Plan gehen:

  • Der Premiumwanderweg beginnt an der Schlichemquelle, dem Bächlein, das wir noch vor zwei Wochen gar nicht kannten und und dessen Klamm kurz vor der Mündung in den Neckar wir damals durchwanderten. (Da passt doch wieder alles zusammen!) Die Quelle ist gefasst und sprudelt durch einen großen Hahn in ein eigens angelegtes Becken.
  • Knackig steigt der Weg unter alten Buchen und Tannen dann an und passiert den ‚Hohlen Backofen‘ – eine Kalksteinhöhle, wie sie typisch ist für die Alb.
  • Wir erreichen die wunderschöne, sehr üppig blühende Hochebene und geraten mehrfach in ‚botanische Verzückungen‘!
  • Später folgt der schönste Abschnitt der Rundtour: vier Kilometer entlang der Albtrauf-Kante. Wie aus heiterem Himmel fällt die Hochfläche hier fast senkrecht ab, immer wieder bieten Aussichtspunkte einen herrlichen Blick zwischen den Bäumen hindurch.
  • Vorbei an dem Gedenkstein der Enzian-Division mit herrlicher Aussicht.
  • Das ‚Hörnle‘ krönt diese Passage schließlich.
  • Auch der folgende Osttrauf wartet noch mit der einen oder anderen Panorama-Station auf, das Naturschutzgebiet ‚Hülenbuch‘ mit blühenden Wiesen.
  • Schließlich wendet sich der Weg durch unberührten Bannwald dem Wanderziel Tieringen zu.
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Alle Touren rund um Tieringen

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Das botanische Highlight des Tages: das Rote Waldvöglein, eine seltene Orchidee 😉
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Hier noch einmal in Kürze. Von der Tafel abfotografiert.
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Pink: HochalbTour ‚Tieringer Hörnle‘

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wp-1530682858909..jpgDonnamattea verabschiedet sich für heute von den wunderschönen, fast meditativen, die Seele berührenden Wandererfahrungen und wünscht euch weiterhin schöne Sommertage!

Mal sehen, von welchem neuen Erlebnis in der nahen Zukunft ich mich wieder melde. Ich bin selbst gespannt darauf…

Wir blicken so gern in die Zukunft, weil wir das Ungefähre, was sich in ihr hin und her bewegt, durch stille Wünsche so gern zu unsern Gunsten heranleiten möchten.
Johann Wolfgang von Goethe